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Wayland und Weston 1.5 bringen X11-Abwärtskompatibilität

Mit den neuen Versionen lassen sich jetzt auch Anwendungen mit Wayland ausführen, die für das X Window System (X11) geschrieben wurden. Weston beherrscht jetzt auch einen Kiosk-Modus; Fedora will Wayland bald standardmässig einsetzen.

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(Bild: Wayland-Projekt)

Kristian Høgsberg hat Wayland und Weston 1.5 freigegeben. Bei Wayland, das bei einigen Linux-Distributionen bald eine zentrale Rolle bei grafischen Bedienoberflächen einnehmen soll, gab es diesmal nur kleine Anpassungen und Fehlerkorrekturen. Viele Änderungen bringt hingegen das auf Wayland aufbauende Weston, das dadurch jetzt Xwayland unterstützt. Zusammen mit dem Xwayland-Server im derzeit vorbereiteten X-Server 1.16 kann Weston so Anwendungen ausführen, die für X11 geschrieben wurden; auf diesen über zwei Jahrzehnte alten Standard setzen Linux-Anwendungen und Desktops wie Cinnamon, Gnome, KDE und Co. typischerweise auf, um grafische Bedienoberflächen zusammenzusetzen und auszugeben. Damit Anwendungen direkt unter Weston oder anderen Wayland-Compositoren laufen, müssen die von ihnen verwendeten Bibliotheken Wayland unterstützten; aktuelle Versionen von GTK+ und Qt tun das.

Die neue Weston-Version bringt auch eine Fullscreen Shell, um Anwendungen exklusiv im Vollbildmodus zu betreiben; das ist für Appliances oder einen Kiosk-Modus interessant, bei dem Anwender nur eine Software ausführen sollen. Der Code, mit dem Weston die Eingaben von Tastatur, Maus und Co. verarbeitet, haben ihn die Entwickler in die eigens geschaffene Bibliothek Libinput ausgelagert; dadurch sollen auch andere Compositor den Code verwenden können, die auf die Protokolle und Schnittstellen zurückgreifen, die Wayland zum Erstellen grafischer Bedienoberflächen stellt.

Die Gnome-Shell aktueller Gnome-Versionen, die bereits als Wayland-Compositor arbeiten können, nutzt die Libinput bereits. Gnome soll in dem im Herbst erwarteten Fedora 21 bereits standardmäßig mit Wayland arbeiten, wenn das jeweilige System denn Grafiktreiber nutzt, die Wayland unterstützen. So lautet zumindest der derzeitige Plan der Fedora-Entwickler, die auch Xwayland einsetzen wollen; falls Gnome mit Wayland aber bis zum Herbst nicht alle Funktionen unterstützt, die Gnome mit X11 derzeit biete, soll Wayland weiter eine Option bleiben und nicht standardmäßig zum Einsatz kommen. (thl)