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WeTab macht ohne Neofonie weiter

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Das für die Herstellung und Vermarktung des WeTab gegründete Joint Venture zwischen der Neofonie GmbH und der 4tiitoo AG wird aufgelöst. Neofonie zieht sich zurück, 4tiitoo übernimmt die GmbH und damit die Weiterentwicklung des als iPad-Konkurrent gestarteten Tablets alleine. Das teilten beide Unternehmen am Montag mit.

Als Begründung gibt Neofonie Schwierigkeiten mit der Fertigstellung ihrer E-Publishing-Software WeMagazin an, man habe dem "hohen Komplexitätsgrad an Entwicklungs- und Marketingprozessen" eine zu geringe Bedeutung beigemessen. Tatsächlich ist von WeMagazin noch keine Spur zu sehen: Auf dem WeTab ist nicht mal eine Beta- oder Demoversion installiert und der Referenzkunde Gruner + Jahr war Anfang Oktober abgesprungen.

Im März hatte Neofonie erstmals die Pläne zum Zeitschriften-Produktionspaket samt damals noch WePad genannter Hardware vorgestellt. Das Gerät war dann nach einigen Verspätungen erst im September lieferbar und beherrschte weit weniger Funktionen als versprochen. Negative Schlagzeilen sammelte die WeTab GmbH zusätzlich, als Neofonie-Chef Helmut Hoffer von Ankershoffen zugegeben hatte, unter falschem Namen auf Amazon.de positive Rezensionen abgegeben zu haben. Er hat daraufhin die WeTab GmbH und auch Neofonie verlassen.

Von der 4tiitoo AG war anfangs kaum die Rede, erst zur IFA wurde die Aufgabenteilung zwischen den Partnern transparent. Demnach hat 4tiitoo die Entwicklung der Hardware und des inzwischen auf MeeGo basierenden Betriebssystems komplett erbracht – worauf auch die WeTab GmbH nochmals explizit hinweist. Neofonie hätte demnach nur Versprechungen und das PR-Desaster beigesteuert. Seit dem Erscheinen des WeTab hat 4tiitoo mehrere Software-Updates bereitgestellt, die einige der fehlenden Funktionen nachrüsten. (jow)