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Web Services konkurrieren nicht -- nur ihre Standards

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Rund 20 Software-Größen, darunter IBM, Microsoft und SAP, haben sich zusammengetan, um dem World Wide Web Consortium W3C als Standardisierungsgremium für Web Services das Wasser abzugraben. Dabei gibt es bislang kaum Service-Angebote, die man über die umstrittenen Standards kombinieren könnte.

Das W3C hatte Mitte März mit einer Web Services Choreography Working Group begonnen, einen Standard zur Koordination unterschiedlicher Web Services zu erarbeiten. Dort hatte man sich ohne Wenn und Aber darauf festgelegt, ausschließlich tantiemefrei nutzbare Techniken für Standardempfehlungen zu berücksichtigen. W3C-Aktivisten wie Oracle und Sun sehen hierin einen möglichen Grund, warum sich nach IBM auch Microsoft einer diesbezüglichen Mitarbeit enthalten und zusammen mit dem Webserver-Spezialisten BEA einen eigenen Weg eingeschlagen haben.

Die daraus entstandene Business Process Execution Language for Web Services BPEL4WS soll jetzt nach dem Willen ihrer Ziehväter die Grundlage einer alternativen Standardisierung unter den Fittichen der Organisation for the Advancement of Structured Information Standards OASIS werden.

Zwar wollen die Mitglieder des zuständigen OASIS-Kommitees ein Auge auf die Errungenschaften der W3C-Arbeitsgruppe offen halten, offiziell zusammenarbeiten wollen sie mit dieser aber nicht. Strategen bei Microsoft und IBM haben ihre Entscheidung zu Gunsten von OASIS mit den Erfahrungen aus früheren Kooperationen begründet. Von Patentgebühren war in diesem Zusammenhang in der OASIS-Fraktion nicht die Rede. Der BPEL4WS-Vorschlag wurde zwar bei OASIS offenbar als gebührenfrei nutzbar eingereicht, doch zumindest Oracles Standardisierungs-Vizechef Don Deutsche hat da so seine Zweifel: "Gebührenfrei und gebührenfrei ist nicht unbedingt dasselbe", erklärte er sinngemäß gegenüber CNet. (hps)