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Webbrowser Cliqz mit integriertem Tracking-Schutz

Der Cliqz-Browser enthält eine integrierte Schnell-Suche und eine "besonders präzise" Anti-Tracking-Funktion, die Nutzer besser schützen soll. Nun ist Version 1.0 erschienen.

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Das deutsche Start-up Cliqz hat Version 1.0 seines Browsers veröffentlicht. Cliqz enthält eine eigene Schnell-Suche und eine Anti-Tracking-Funktion, welche die persönlichen Daten der Nutzer besser schützen soll. An Cliqz ist mehrheitlich der Medienkonzern Burda beteiligt. Man habe sehr viel Geld in das Projekt investiert, sagte Vorstandschef Paul-Bernhard Kallen.

Cliqz liefert Informationen wie das Wetter sofort.

Bereits bei der Eingabe eines Suchbegriffs schlägt der Cliqz-Browser drei Websites vor. Die Vorschläge stammen aus einem eigenen Web-Index namens Human Web, der eine Alternative zu Google & Co. bieten soll und von Cliqz selbst entwickelt wurde. Findet der Nutzer jedoch keinen der Vorschläge hilfreich, schickt der Browser die Suchanfrage an die voreingestellte Suchmaschine weiter. Eingaben wie "Wetter Hannover" beantwortet Cliqz mit aktuellen Wetterdaten und der Vorhersage. Per Schnelleingabe lassen sich zudem Währungen umrechnen, Mathe-Aufgaben lösen oder aktuelle Aktienkurse abrufen.

Eine eingebaute Anti-Tracking-Funktion schützt die Privatsphäre der Nutzer.

Cliqz will Websurfer mit einer "besonders präzisen Anti-Tracking-Technologie" schützen. Der Browser ersetzt unsichere Tracking-Parameter durch "anonyme, fixe Strings". Der Browser blockiert nur Informationen, die Rückschlüsse auf den einzelnen Nutzer zulassen. Es steht aber auch ein "strikter" Modus zur Verfügung. Dieser Schutz sei auch nötig, sagt der Hersteller: Eine Analyse von 21 Millionen Aufrufen von 5 Millionen Webseiten habe gezeigt, dass 80 Prozent dieser Seiten Daten an Dritte versenden.

Laut der Untersuchung ist Google der größte Betreiber von Trackern: Bei 40 Prozent der untersuchten Webseitenaufrufe wurden Daten an das Unternehmen geschickt, mit denen sich einzelne Nutzer identifizieren und verfolgen lassen. Google kann dadurch genau verfolgen, auf welchen Seiten der Nutzer unterwegs war und daraus ein Profil für personalisierte Werbung bilden.

Cliqz sieht darin ein "immanentes Privatsphärerisiko". Es sei nicht klar, was die Datensammler mit den Informationen machen. Auch Facebook und Amazon setzen Tracking ein, um die Vorlieben und Interessen der Kunden herauszufinden.

Ob und wohin eine Webseite Informationen verschickt, zeigt der Cliqz-Browser mit einem Klick auf das grüne Schutzschild-Icon in der Bedienleiste an. Auf Wunsch lassen sich Ausnahmen hinzufügen. Wer seine Anonymität verbessern will, kann seine Suchanfragen außerdem über ein Proxy-Netzwerk von Cliqz leiten – was allerdings länger dauern kann.

In einem Transparenz-Cockpit (about:transparency) listet der Browser auf, "welche Daten bei der Nutzung (...) generiert" wurden. Aus Sicherheitsgründen unterstützt der Browser keine Add-ons.

Cliqz 1.0.2 setzt auf Firefox 44.0.2 auf und verwendet eine ähnliche Bedienoberfläche. Der Browser ist kostenlos und steht für Windows und Mac OS zum Download bereit. Außerdem gibt es eine Mobilversion für Android und iOS. Updates lädt Cliqz automatisch herunter, Änderungen sind im Changelog aufgeführt. (dbe)