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Webbrowser-Entwickler gründen Arbeitsgruppe für Web-Anwendungen

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Als eine "lockere, nicht-offizielle und offene Zusammenarbeit" beschreiben die Gründer die Web Hypertext Applications Technology Working Group (WHAT). Bemerkenswert sind die bisherigen Mitglieder, die die Gruppe ins Leben gerufen haben: Sie kommen aus den Reihen der Entwickler der Web-Suite Mozilla (Brendan Eich, David Baron, Johnny Stenback, Maciej Stachowiak), arbeiten an Apples Webbrowser Safari (David Hyatt) und sind mit der Programmierung des Webbrowsers der norwegischen Firma Opera (Håkon Wium Lie, Ian Hickson) beschäftigt. Entstanden ist die Gruppe, nachdem bereits die Mozilla Foundation und Opera ein gemeinsames Arbeitspapier für den W3C-Workshop über Web-Anwendungen eingereicht haben.

Die Gruppe will Spezifikationen für Web-Anwendungen entwickeln, die "auf HTML und verwandten Techniken aufsetzen". Unter Web-Anwendungen verstehen die beteiligten Entwickler nun aber nicht etwa vollständige Office-Pakete, die mittels Webbrowser genutzt werden, oder Programmier-Frameworks für Webservices wie .NET oder Mono. Vielmehr sollen kleinere Anwendungen und Dienste einfacher über das Web realisierbar und für Nutzer zugänglich werden. Als Beispiele sehen die WHAT-Mitglieder dafür etwa eBay oder Amazon. Erste Entwürfe der Spezifikationen liegen bereits vor; nach der Fertigstellung will die Arbeitsgruppe sie zur Standardisierung an ein offizielles Gremium wie das W3C übergeben.

In drei Bereiche hat die Gruppe ihre Arbeit aufgeteilt: Die Spezifikation für Web Applications soll die HTML-Erweiterungen für die Entwicklung von Web-Anwendungen enthalten; hier sieht die WHAT momentan den Großteil der Arbeit einfließen. Web Forms 2.0 dient zum Ausbau der Formular-Funktionen in HTML 4.01. Web Controls dient zur Schaffung neuer Controls und Widgets auf Basis von DOM und CSS. (jk)