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Webfilter kommen bei Lehrern immer noch gut an

Damit ihre Zöglinge online an Schulen nicht mit Pornos, politischem Extremismus oder Gewalt konfrontiert werden, nutzen die meisten Schulen Filter.

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An den allermeisten Schulen können die Schülerinnen und Schüler nicht im gesamten WWW surfen.

(Bild: Bitkom)

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An 88 Prozent der deutschen Schulen wird der Zugang zum Internet technisch beschränkt, ergab eine Umfrage des IT-Branchenverbands Bitkom. An ihnen wird Filter- oder Proxy-Software eingesetzt, damit die Schülerinnen und Schüler nicht auf bestimmte Webseiten gelangen. Dabei geht es vor allem um gewaltverherrlichende, pornografische und politisch extreme Inhalte.

99 Prozent der Lehrer finden den Einsatz technischer Schutzmechanismen an Schulen grundsätzlich sinnvoll. Laut Bitkom-Mitteilung wurden 503 Lehrer der Sekundarstufe I an Hauptschulen, Schulen mit mehreren Bildungsgängen, Realschulen, Gymnasien, Gesamtschulen und Waldorfschulen telefonisch befragt. Eine vergleichbare Umfrage vor gut zwei Jahren hatte ergeben, dass 86 Prozent der Schulen Filter oder Proxys einsetzen.

Bei Lehrenden fallen Web-Beschränkungen offenbar vor allem deshalb auf fruchtbaren Boden, weil sie in der großen Mehrheit annehmen, dass Schüler im Netz mit Gewalt, Sex oder Horror in Kontakt kommen. Das ergab voriges Jahr eine Umfrage im Auftrag der Freiwilligen Selbstkontrolle Multimedia-Diensteanbieter. Dabei sieht sich nur rund die Hälfte der Befragten selbst in der Lage, die Heranwachsenden vor Online-Risiken zu schützen.

Durch die damalige Initiative "Schulen ans Netz" des Bundesbildungsministeriums und der Deutschen Telekom wurde ab 1996 die Digitalisierung der Schulen forciert. Die Initiative erreichte 2001 ihr Ziel, alle Schulen in Deutschland mit einem kostenfreien Internetzugang auszustatten.

Für die Digitalisierung des Unterrichts fehlt es allerdings hier und dort an nötiger Technik. Eine Umfrage des Bitkom vom März dieses Jahres ergab, dass 99 Prozent der Schulen einen Beamer haben sowie 87 Prozent stationäre Computer und 82 Prozent Notebooks. 65 Prozent der Schulen haben interaktive Whiteboards, 31 Prozent Tablets und 2 Prozent VR-Brillen. 90 Prozent der Lehrer nutzen nie Smartphones in ihren Unterrichtsstunden. (anw)