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Webvideopreise für "Tubeclash" und Kelly Misses Vlog

Internet-Videos werden immer professioneller, das zeigen auch die Sieger des diesjährigen Webvideopreises. Sie erreichen Hunderttausende Zuschauer im Netz.

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Webvideopreise für "Tubeclash" und Kelly Misses Vlog

Comedy-Videos, ein aufwendiger Animationsfilm und Alltagsgeschichten zählen zu den Internet-Videos des Jahres. Sie wurden am Samstagabend in Düsseldorf mit dem Webvideopreis 2015 ausgezeichnet. Als Video des Jahres wurde der animierte Film "Tubeclash" prämiert. Darin treten eine Reihe bekannter Videomacher als Comic-Figuren auf einer fernen Insel gegeneinander an.

Video des Jahres: Animationsfilm "Tubeclash"

Markus Hündgen, Mitveranstalter des Webvideopreises, lobte die ausgefeilte Produktion: "Man denkt, da ist ein ganzes Team dahinter, dabei sind es nur einige Leute", sagte er der Deutschen Presse-Agentur. "Das ist ein sehr schönes Beispiel dafür, wo Webvideo mittlerweile angekommen ist."

Einen weiteren Preis heimste die Comedy-Truppe Rocket Beans TV ein, die in ihren Videos unter anderem gegeneinander Scharade spielt. Andere ausgezeichnete Filme nehmen Werbung aufs Korn ("Wenn Werbung ehrlich wäre") oder zeigen, wie ein Hip-Hop-Song entsteht.

Als weibliche "Person des Jahres" wurde Kelly Svirakova alias "Kelly Misses Vlog" ausgezeichnet. Sie nimmt ihre Zuschauer in quirligen Videos mit durch ihren Alltag. Mehr als 800 000 Menschen haben ihre Videos auf YouTube abonniert, einzelne Clips kommen auf mehr als eine Million Abrufe. Den Ehrenpreis bekam der Spiele-Blogger Gronkh. Mit mehr als 3,6 Millionen Abonnenten auf YouTube zählt er zu den Superstars der deutschsprachigen Webvideo-Szene.

Die Szene werde immer professioneller, sagt Webvideopreis-Macher Hündgen. Mit dem Erfolg steigen auch die Verdienstmöglichkeiten der großen Stars. "Das ist mittlerweile nach oben offen." Ein Trend sei, dass YouTuber auf Tour gehen und Musik herausbringen, sagte Hündgen, der die Szene seit Jahren beobachtet.

Mit der Aufmerksamkeit kommt auch Kritik: YouTubern wurde Schleichwerbung und uninformierte Berichterstattung vorgeworfen. Für Hündgen zählt das zu den Wachstumsschmerzen: "Da muss sich noch einiges zurechtruckeln", sagte er. "Kritik ist prinzipiell nichts Schlechtes. Wichtig ist, dass man daraus lernt."

Die Verleihung wurde erstmals im Fernsehen live übertragen (EinsPlus). Am Sonntag wollen mehrere öffentlich-rechtliche Sender ein "Best Of" zeigen. Auch wenn viele der Gewinner vor allem über Googles Videoplattform YouTube bekannt sind, ist der Webvideopreis eine unabhängige Auszeichnung. Fans konnten im Internet über die Gewinner abstimmen. (dpa) / (se)

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