Wegen Coronavirus: Höhere Preise bei Unterhaltungselektronik möglich

Das Coronavirus sorgt für Produktionsausfälle in China. Unterhaltungselektronik könnte wegen Geräteverknappung teurer werden, sagt die Industrievereinigung gfu.

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TV-Geräte und andere Unterhaltungselektronik könnten wegen einer möglichen Verknappung teurer werden.

(Bild: Gorodenkoff/Shutterstock.com)

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Aufgrund des Coronavirus (Covid-19) könnte es nach Einschätzung des Branchenverbands GFU zu Engpässen bei Unterhaltungselektronik und Preissteigerungen kommen. Verlängerte Werksferien und Produktionsausfälle in China aufgrund des Coronavirus wirkten sich auf die Lieferketten aus, erklärte Hans-Joachim Kamp, Aufsichtsrats-Chef der Gesellschaft zur Förderung der Unterhaltungselektronik in Deutschland (GFU). Viele Anbieter würden bereits jetzt einzelne Bauteile nur noch eingeschränkt erhalten.

Die Verbraucher in Europa werden die Engpässe je nach Produktkategorie früher oder später bemerken. Dies hänge mit den Lieferwegen zusammen. Produkte, die per Schiff transportiert werden, wie etwa TV-Geräte, benötigten länger als Smartphones, die mit dem Flugzeug nach Deutschland aus China kommen. Mit dem Schiff dauere ein Transport etwa fünf Wochen. Deshalb seien momentan noch Geräte unterwegs, die vor Beginn der Coronavirus-Krise versendet worden sind. Eine Verknappung sei deshalb erst später zu spüren als bei Smartphones. Händler könnten in Zukunft mögliche Engpässe für Preiserhöhungen nutzen und Unterhaltungselektronik teurer verkaufen.

Kamp sagte, dass es schwierig sei, für das laufende Jahr eine seriöse Umsatzprognose für das Unterhaltungselektronik-Geschäft abzugeben, denn die vom Coronavirus verursachten Effekte sind nicht genau vorhersehbar. Kamp rechnet allerdings mit einer aufgestauten Nachfrage, die sich später entlädt. "Wir haben einen Markt, der von hohen Ersatzkäufen geprägt ist. Das heißt, wenn das Coronavirus irgendwann überstanden ist, dann werden diese Ersatzkäufe getätigt.“ Umfragen bei Verbrauchern würden eine hohe Kaufbereitschaft zeigen.

Dass die Branche von der Coronavirus-Krise profitieren könnte, beispielsweise weil Unternehmen weniger Dienstreisen durchführen und stattdessen auf Videokonferenzen zurückgreifen, hält Kampf für unwahrscheinlich. Die Ausrüstung sei bei den Unternehmen bereits vorhanden und würde trotzdem nicht eingesetzt.

Im vergangenen Jahr ging der Umsatz mit Verbraucherelektronik in Deutschland um 1,5 Prozent auf 27,7 Milliarden Euro zurück, wie die GFU am Montag mitteilte. Dabei sank der Absatz von Fernsehern um 4,7 Prozent auf rund 6,5 Millionen Geräte. Der Durchschnittspreis fiel von 600 auf 572 Euro. "Wir leben letztlich davon, dass wir ein Wachstum bei immer größeren Geräten haben“, sagte Kamp. Vor allem bei großen Fernsehern mit OLED-Displays bleiben die Preise stabil hoch.

Der Verkauf von Blu-ray-Playern fiel 2019 um gut ein Viertel auf 666.000 Geräte, und der Absatz von Heimkino-Anlagen halbierte sich auf 31.000. Dagegen waren Kopfhörer ein wachsendes Geschäft mit einem Plus von 15 Prozent auf 14,5 Millionen Geräte. (mit Material der dpa) / (olb)