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Wegen US-Sanktionen: ZTE stellt Betrieb größtenteils ein

Angesichts der US-Sanktionen hat ZTE eigenen Angaben zufolge "große Teile der operativen Tätigkeiten" eingestellt. Ob es die wieder aufnehmen kann, liegt nun auch an der US-Regierung.

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Netzwerk-Ausrüster ZTE

(Bild: dpa, Andrej Sokolow)

Weniger als einen Monat nach der Verhängung scharfer US-Sanktionen gegen ZTE hat der chinesische Netzausrüster und Smartphonehersteller "große Teile der operativen Aktivitäten" eingestellt. Das teilte das Unternehmen in Hongkong mit. Wie umfangreich die Einstellung der eigenen Geschäfte ist, sei derzeit noch unklar, berichtet das Wall Street Journal. Das chinesische Unternehmen ist in vielen verschiedenen Bereichen aktiv. Auch die Konsequenzen für Besitzer von ZTE-Geräten sind noch nicht klar, der hauseigene Online-Shop von ZTE ist jedenfalls nicht mehr erreichbar.

Aufgrund der Sanktionen dürfen US-Unternehmen keine Güter mehr ausführen, die für den chinesischen Konzern bestimmt sind. ZTE habe mutwillig gegen die Bewährungsauflagen verstoßen, denen das Unternehmen zugestimmt hatte. Die US-Regierung hatte ZTE vorgeworfen, Telekommunikationstechnik nach Nordkorea und in den Iran geliefert und damit die Handelssanktionen gegen diese Länder unterlaufen zu haben. Das Unternehmen hatte sich schließlich mit der US-Regierung auf die Auflagen geeinigt und hohe Geldbußen bezahlt.

Die Ankündigung des chinesischen Konzerns ist ein weiterer Paukenschlag in dem Handelskonflikt, der zwischen den USA und China zu eskalieren droht. Die Smartphone-Sparte von ZTE ist in vielerlei Hinsicht auf US-Produkte angewiesen, beispielsweise auf Chips von Qualcomm. Der Nachrichtenagentur Reuters zufolge stammen 25 Prozent der Komponenten in ZTE-Smartphones aus den USA. Betroffen sind auch die beliebten Google-Apps in Android – während das Betriebssystem selbst offen ist und verfügbar bleibt. Das Unternehmen befindet sich laut eigener Aussage in Gesprächen mit der US-Regierung und die hat laut dem Wall Street Journal eine schnelle Prüfung angekündigt.

Derweil prüft die US-Regierung weiterhin zusätzliche Maßnahmen gegen den chinesischen Konkurrenten Huawei. Wie ZTE ist auch Huawei wegen möglicher Verstöße gegen US-Handelssanktionen gegen den Iran ins Visier des US-Justizministeriums geraten. Inzwischen wurde bekannt, dass der Konzern für den Fall, dass ihm ähnliches passiert wie ZTE, eine eigene Android-Alternative in der Hinterhand haben könnte. (mho)

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