Menü

Wegen US-Strafzöllen: Hersteller steigern Notebook-Produktion

Notebook-Hersteller produzierten im zweiten Quartal mehr Laptops, um die Lager vor dem Inkrafttreten der US-Strafzölle zu füllen.

Lesezeit: 1 Min.
In Pocket speichern
vorlesen Druckansicht Kommentare lesen 12 Beiträge

(Bild: ND700/Shutterstock.com)

Von

11,4 Prozent mehr Notebooks haben die Hersteller im zweiten Quartal 2019 gegenüber dem gleichen Vorjahreszeitraum produziert. Das entspricht 39,7 Millionen hergestellten Notebooks in den drei Monaten.

Der Marktbeobachter International Data Corporation (IDC) berichtet, dass die Steigerung nicht mit einer höheren Nachfrage im Handel zusammenhängen soll. Stattdessen bereiten sich die Notebook-Hersteller mit größeren Lagerkapazitäten auf die Strafzölle vor, welche die USA voraussichtlich am 15. Dezember einführen werden.

Laut IDC stammen zwar 82,3 Prozent der weltweit produzierten Notebooks von taiwanesischen (Auftrags-)Herstellern, der Großteil der Produktionsstätten befindet sich aber weiterhin in China. Die neuen Fertigungsanlagen im Ausland sollen noch nicht fertiggestellt sein, um die US-Strafzölle künftig zu umgehen. Als Überbrückung werden die Lager gefüllt – jedes Notebook, das vor dem 15. Dezember in die USA verschifft wird, bleibt von dem Aufpreis verschont.

Weil es sich bei den Lagerfüllungen um einen temporären Effekt handelt, erwartet IDC spätestens ab dem vierten Quartal 2019 eine deutlich reduzierte Produktion.

Ursprünglich sollten die zehnprozentigen Strafzölle der USA schon seit dem 1. September greifen. Mitte August verschob die US-Regierung den Start im Fall von Mobiltelefonen, Notebooks und Spielzeug aus China jedoch auf den 15. Dezember. Inzwischen eskalierte der Handelskonflikt weiter, sodass die USA die geplanten Strafzölle auf 15 Prozent erhöht haben. Für den Endkunden bedeutet das: Sobald die Regelung in Kraft tritt, werden die betroffenen Produkte in den USA teurer. (mma)