Weitere Details zum kommenden IPTV-Angebot von T-Online Vision

Die in der zum Empfang des IPTV-Angebots erforderliche Set-Top-Box soll über eine Festplatte mit 80 GByte Kapazität verfügen, die laut T-Online bis zu 70 Stunden IPTV-Aufnahmen in Standardauflösung fassen soll.

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Von
  • Nico Jurran

In Hannover wurden weitere Einzelheiten zum geplanten "Fernsehen über DSL"-Angebot der Telekom-Tochter bekannt. So wird die in der zum Empfang des IPTV-Angebots erforderliche Set-Top-Box über eine Festplatte mit 80 GByte Kapazität verfügen, die laut T-Online bis zu 70 Stunden IPTV-Aufnahmen in Standardauflösung fassen soll. Allerdings werden schon die Geräte der ersten Generation in der Lage sein, hochaufgelöste Sendungen (HDTV) auf den Fernseher zu bringen. Tatsächlich will T-Online bei ihrem IPTV-Angebot ja zwei HDTV-Kanäle parallel über das kommende Glasfaser-Netz der Telekom senden. Auch im Video-on-Demand-Bereich sollen ab dem Start HDTV-Inhalte zum Abruf bereitstehen.

Um für die Übertragung hochaufgelöster Fernsehbilder (HDTV) eine kopiergeschützte Verbindung zum Display herstellen zu können, wird die Set-Top-Box mit einem HDMI-Anschluss ausgestattet sein. Im Unterschied zur DVB-Lösung für den Empfang von Premiere HD, bei der der HDCP-Kopierschutz vom Sender über ein Broadcast Flag aktiviert und deaktiviert werden kann, ist bei der T-Online-Box die Sicherung stets eingeschaltet. Auf diese Weise hofft man, die bei den Premiere-HD-Receivern aufgetretenen Verbindungsprobleme zwischen Empfangsbox und Display vermeiden zu können. Einen konkreten Hersteller für die Set-Top-Box nannte T-Online Vision bislang nicht, allerdings scheint das Unternehmen nach Angaben von Branchenkennern auf die Verwendung des im September 2005 vorgestellten Sigma-Design-Chips SMP8634 zu bestehen. Damit fällt das französische Unternehmen Thomson, das die Box für den IPTV-Feldtest von T-Online geliefert hatte und nach eigenen Angaben Decoder-Chips von STM einsetzt, als Anbieter vorerst aus dem Rennen.

Der zum "T-Home von T-Online" genannten Angebot gehörige IPTV-Dienst wird zunächst nur die Basisfunktionen der verwendeten "Microsoft TV"-Middleware nutzen, um den Nutzern die Installation und den Einstieg in die neue Fernsehwelt zu erleichtern. Erst später sollen Triple-Play-Funktionalitäten hinzukommen. Apropos Installation: T-Online setzt für die Strecke zwischen VDSL-Dose beziehungsweise Gateway und Set-Top-Box zunächst auf Ethernet-Verkabelung. Eine Datenübertragung via Stromkabel kann sich das Unternehmen nach Angaben eines Sprechers derzeit nicht vorstellen.

Welche Gebühren T-Online für das IPTV-Angebot erheben wird, gab das Unternehmen noch nicht bekannt. Im Grundpreis sollen aber beispielsweise die Digital-Bouquets von ARD und ZDF bereits enthalten sein. Set-Top-Boxen werden sich aber keinesfalls ohne Anmeldung in Betrieb nehmen lassen – zwar besitzen die Geräte keinen Smartcard-Reader, beherrschen aber Microsofts DRM-System. (nij)