Weitere EU-Kartellbeschwerde gegen Google

Erneut beschwert sich ein Unternehmen darüber, dass Google angeblich seine Marktdominanz missbraucht. Diesmal geht es um App Stores von Drittanbietern.

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Von
  • Andreas Wilkens

Das portugiesische Unternehmen Aptoide hat sich bei der EU-Kommission über Googles Marktverhalten beschwert. Der App-Store-Dienstleister, der sich auf Android-Anwendungen spezialisiert hat, meint, der US-Konzern missbrauche seine dominante Stellung auf dem App-Markt, um Konkurrenten zugunsten seines eigenen Angebots Google Play abzudrängen, berichtet das Wall Street Journal. Aptoide plane, sich mit anderen Anbietern unabhängiger App Stores gegen Google zu verbünden.

Paulo Trezentos

Aptoide wurde 2009 als Marktplatz für die Android-Plattform gegründet. Das Unternehmen ermöglicht es nach eigenen Angaben Entwicklern und anderen, eigene Stores zu erstellen, zu verwalten und dort ihre Anwendungen anzubieten. Nutzer können über eine Aptoide-App auf diese Stores und Apps zugreifen.

Aptoide-Chef Paulo Trezentos beklagt sich darüber, dass Google den Nutzern angeblich systematisch Hindernisse in den Weg legt, wenn sie App Stores von Drittanbietern installieren wollen. Je nach Aktualität der Android-Version hätten die Nutzer immer größere Schwierigkeiten, die Aptoide-App zu installieren. Google kopple Dienste, die wichtig für das Funktionieren von Android sind, mit Google Play. Auch blockiere das Unternehmen in seinem Web-Browser Chrome den Zugang zu den Aptoide-Websites. Dadurch kämpfe Aptoide ums Überleben, sagte Trezentos laut dem Bericht.

Diese neue Beschwerde ist nicht die erste, in der es Google in Sachen Android mit der EU-Kommission zu tun bekommt. Sie prüft derzeit eine Beschwerde von Microsoft, Nokia und anderen, in der es darum geht, dass Google Android unter den marktüblichen Preisen anbiete. Außerdem schließe der Suchmaschinenanbieter mit Smartphone-Herstellern exklusive Verträge dazu ab, dass sie Googles mobile Dienste auf den Geräten vorinstallieren. Ein formales Verfahren wurde aber noch nicht eingeleitet.

In dem Kartellverfahren der EU-Kommission um Googles Marktmacht auf dem Suchmaschinensektor will EU-Wettbewerbskommissar Joaquín Almunia das jahrelange Verfahren gegen Google einstellen, nachdem das Unternehmen Zugeständnisse eingeräumt hat. Doch es gibt Widerstand in den Reihen der Behörde. Google legte daraufhin seine Vorschläge offen. (anw)