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Weitere Massenentlassung bei Nortel

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Für die Mitarbeiter des kanadischen Telecom-Ausrüsters Nortel Networks kommt es noch einmal ganz dick: Wer gedacht hatte, nach der Massenentlassung im Februar davongekommen zu sein, darf nun erneut um seinen Job bangen. Weitere 5.000 Stellen will der Konzern streichen, womit jeder sechste Mitarbeiter seit Anfang des Jahres seinen Arbeitsplatz verloren hätte.

Die Schuld schiebt Nortel-Chef John Roth der ökonomischen Talfahrt der US-Wirtschaft in die Schuhe, die jetzt auch den globalen Markt mit in die Tiefe reiße. Es gebe bereits erste Anzeichen, dass die Flaute in den USA sich außerhalb von Nord-Amerika bemerkbar mache. Dementsprechend korrigierte Nortel die Voraussagen für das erste Geschäftsquartal: Statt der bisher befürchteten 4 Cents pro Aktie müssten die Anteilseigner nun sogar mit 10 bis 12 Cent Verlust pro Aktie rechnen. Der Umsatz werde im laufenden Quartal nur 6,1 bis 6,2 Milliarden US-Dollar betragen.

Zu schaffen macht dem Unternehmen der derzeitige Preiskrieg zwischen den Telecom-Ausrüstern. Ihre Kunden halten sich mit dem Bau neuer optischer und drahtloser Netzwerke zurück. Wo einstmals lange Wartezeiten bei dem Spezial-Equipment in Kauf genommen wurden, müssen die Ausrüster-Firmen jetzt großzügige Rabatte einräumen. Zudem scheinen einige Netzwerkbetreiber zunehmend in Zahlungsschwierigkeiten zu kommen und verkaufen ihr gebrauchtes Equipment. So gaben die Nortel-Kunden 360networks und Williams Communications bekannt, ausstehende Zahlungen weiter hinauszuzögern. (hag)