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Technology Review

Neue Gentest-Anbieter machen unrealistische Versprechungen

Können DNA-Tests verraten, welche Kosmetik man benutzen sollte oder welchen Wein man mag? In den USA kommt eine ganze Reihe derartiger Angebote auf den Markt, doch Experten sehen wenig Substanz dahinter.

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Welle von neuen Gentest-Anbietern macht unrealistische Versprechungen

DNA-Testkit, hier von 23andMe.

(Bild: 23andMe)

Der Markt für Verbraucher-Genetik boomt. Im Jahr 2017 hat sich die Zahl der Personen, die sich einem direkt verkauften Gen-Test auf ihre Herkunft unterzogen, auf 12 Millionen mehr als verdoppelt. Mittlerweile breitet sich die Begeisterung für DNA-Analysen auch auf Felder jenseits der Herkunft aus: Eine Reihe von Unternehmen aus den USA verspricht individuelle Empfehlungen zum Lebensstil auf genetischer Grundlage. Experten bezeichnen die Behauptungen jedoch als unrealistisch, berichtet Technology Review in „Gen-Tests für alles?“.

Viele der Tests umfassen auch eine Befragung zu Gewohnheiten, Gesundheit und anderen persönlichen Informationen der Kunden. Möglicherweise beruhen die Produkt-Empfehlungen deshalb stärker auf diesen Angaben und allgemeinen Überlegungen als auf konkreten DNA-Daten. „Wenn Ihnen jemand einen Test verkauft und dann sagt, Sie brauchen dieses Produkt, sollten Sie seine Motivation hinterfragen“, sagt James Evans, Arzt und Genetiker an der School of Medicine der University of North Carolina.

Trotzdem ist das neu entstehende Angebot vielfältig. Beim Dienst Nutria des Tiefkühlkost-Anbieters Lean Cuisine etwa soll mit Hilfe von genetischen Markern „die individuelle Nährstoff-Aufnahme“ festgelegt werden, SkinGenie verspricht personalisierte Empfehlungen für Hautpflege-Produkte. Der Anbieter Vinome analysiert nach eigenen Angaben „zehn genetische Marker, die mit Geruch und Geschmack zusammenhängen“, um individuelle Profile für den Wein-Geschmack zu identifizieren. Und SpareRoom erstellt für das Finden des passenden Mitbewohners einen Bericht, der zeigen soll, wie die eigene Genetik 14 persönliche Eigenschaften beeinflusst.

Mehr dazu bei Technology Review online:

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