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Technology Review

Weltkarte des Tor-Drogenmarkts erstellt

Wissenschaftler an der University of Oxford haben die Ausdehnung des Drogenhandels im Darknet erfasst.

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Weltkarte des Tor-Drogenmarkts erstellt

Drug / Luca Serazzi / cc-by-2.0

Das nur über Tor zu erreichende Darknet scheint den Drogenhandel nicht in die Erzeugerländer zu verschieben. Das geht aus einer Studie hervor, die Forscher an der Universität Oxford durchgeführt haben, berichtet Technology Review in seiner Online-Ausgabe ("Wenn der Drogendealer an der Ecke im Darknet ist").

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Die Arbeit begann damit, zunächst die wichtigsten Handelsplätze zu identifizieren und ihre Inhalte abzusuchen. Die größten Darknet-Märkte sind AlphaBay, Hansa, TradeRoute und Valhalla, die nach Angaben des Forschers Martin Dittus und seiner Kollegen rund 95 Prozent des gesamten Drogeninventars im Darknet vorhalten. Jede dieser Sites wurde zunächst von einem Webcrawler erfasst, um einen vollständigen Katalog der Produkte zu erhalten. Dabei wurden verschiedene Methoden eingesetzt, um versteckte Angebote zu finden, etwa die Eingabe spezieller Identifier in sequenzieller Reihenfolge, um zu sehen, ob sich dahinter echte Seiten befanden. Dies ergab einen großen Schnappschuss des Darknet-Marktes im Sommer 2017.

Das Team schätzte dann das Handelsvolumen, indem die Anzahl der Nutzerbewertungen untersucht wurde – insgesamt waren es 1,5 Millionen. Nicht jeder Käufer hinterlässt eine Bewertung, entsprechend ist diese Zahl eher geringer als die echte.

Die Bewertungen ergaben außerdem eine ungefähre Ortsangabe jedes Käufers und jedes Verkäufers. Nach dieser Zählweise sind nur fünf Länder für 70 Prozent des Darknet-Drogenhandels verantwortlich: Die USA (27 Prozent), Großbritannien (22 Prozent), Deutschland und Australien (jeweils 8 Prozent) und die Niederlande (7 Prozent). Bei Cannabis und Kokain fiel auf, dass die Verkäufer jeweils in den Ländern saßen, in denen auch die Konsumenten ihren Sitz haben. Damit scheint sich der Online-Drogenhandel wenig vom Offlinebereich zu unterscheiden.

Mehr dazu bei Technology Review Online:

(bsc)

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