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Weltraum-Fabrik: Deep Space Industries will im All Asteroiden verarbeiten

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Mit Raumsonden will Deep Space Industries bereits in wenigen Jahren auf Asteroiden Ressourcen abbauen. Diese Pläne erläutert das Unternehmen am heutigen Dienstag auf einer Pressekonferenz in Kalifornien. Demnach sollen ab 2015 kleine, 25 Kilogramm schwere Raumsonden des Typs "FireFly" auf mehrmonatigen Flügen erdnahe Himmelskörper untersuchen und nach Ressourcen Ausschau halten. Eine ganze Flotte dieser Sonden soll preisgünstig mit Kommunikationssatelliten ins All geschickt werden.

Konzeptbild zur Ankündigung der Pressekonferenz

(Bild: Deep Space Industries)

Bereits 2016 will Deep Space Industries dann 32 Kilogramm schwere Sonden des Typs "DragonFly" auf mehrjährige Reisen schicken. Sie sollen zwischen 30 und 70 Kilogramm an Material zur Erde zurückbringen, das von einem Asteroiden stammt. Auch das sei aber nur ein Schritt auf dem Weg zu einem noch viel ehrgeizigeren Ziel. Bereits in knapp zehn Jahren will Deep Space Industries das abgebaute Material direkt vor Ort verarbeiten.

Aus dem gewonnenen Material sollen in dieser nicht allzu fernen Zukunft direkt bei den Asteroiden Kommunikationsplattformen gebaut werden, die dann Kommunikationssatelliten ablösen sollen. Noch später sollen so im All Solarenergiekraftwerke entstehen, die saubere Energie für die Erde liefern. Diese Pläne für Bauvorhaben im All beruhen nach Angaben von Deep Space Industries auf einer patentierten Technik zum 3D-Druck. Der eigene 3D-Drucker namens MicroGravity Foundry kann demnach in der Schwerelosigkeit aus Rohmaterialien komplexe Bauteile herstellen.

Ressourcen aus dem All zu nutzen sei der einzige Weg, um eine permanente Weiterentwicklung der Raumfahrt zu finanzieren, begründet der Konzern seine Pläne. So könnten beispielsweise bemannte Marsmissionen günstiger werden, wenn Treibstoffe zum Einsatz kämen, die von Asteroiden stammen. Auf jeden Fall werde das eigene Vorgehen die Expansion der Menschheit über die Erde hinaus unterstützen, ist man sich bei Deep Space Industries sicher.

Das Unternehmen tritt mit seinen Plänen in die Fußstapfen des US-Konzerns Planetary Resources, der im April 2012 die kommerzielle Ausbeutung von Asteroiden ankündigte. In diesem Projekt geht es jedoch darum, bestimmte Ressourcen auf Asteroiden abzubauen und zur Erde zu transportieren. Die direkte Verarbeitung im All ist dabei nicht vorgesehen. (mho)

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