Menü

Weltraumteleskop Hubble im Sicherheitsmodus: NASA sucht nach Lösung

Experten bei der NASA überprüfen derzeit, was mit einem der Stabilisatoren von Hubble passiert ist. Dann soll das Weltraumteleskop die Arbeit wieder aufnehmen.

Von
vorlesen Drucken Kommentare lesen 49 Beiträge
Weltraumteleskop Hubble im Sicherheitsmodus: NASA sucht nach Lösung

Hubble nach der letzten Wartung 2009

(Bild: NASA)

Die NASA hat ein Gremium einberufen, das die Anomalie im Weltraumteleskop Hubble untersuchen und einen Plan ausarbeiten soll. Das teilte die US-Weltraumagentur am Montag mit, nachdem bekannt geworden war, dass Hubble wegen einer Fehlfunktion vorerst in den Sicherheitsmodus heruntergefahren wurde. Verantwortlich war eine Anomalie an einem der Gyroskope, mit dem das Teleskop seine Position hält, um beispielsweise Motive im All lange im Visier zu behalten. Noch gebe es an Bord aber genügend der Kreiselstabilisatoren, um auf Jahre hinaus Forschung zu ermöglichen.

Wie die Verantwortlichen erklären, verfügt Hubble seit der bislang letzten Wartungsmission 2009 über insgesamt sechs solcher Stabilisatoren. Normalerweise nutzt das Weltraumteleskop aber lediglich drei, um den Rest zu schonen und eine maximale Betriebsdauer zu ermöglichen. Seitdem waren zwei Gyroskope ausgefallen und ein drittes habe bereits seit einem Jahr Anzeichen für die zu Ende gehende Lebenszeit gezeigt. Die drei restlichen sind laut NASA aber technisch fortgeschrittener und erlauben eine deutlich längere Betriebszeit.

Weltraumteleskop Hubble (105 Bilder)

Der Affenkopfnebel im Orion
(Bild: ESA/Hubble)

Als nun neben den zwei technisch besseren Stabilisatoren der dritte aktiviert wurde, habe die Telemetrie gezeigt, dass der nicht wie vorgesehen funktioniert. Daraufhin wurde das Teleskop in der Nacht zum vergangenen Samstag in den Sicherheitsmodus versetzt. Nun werde geprüft, ob dieses Gyroskop wieder einsatzbereit gemacht werden könnte. Dann könnte Hubble weiter mit drei Kreiselstabilisatoren laufen. Sollte das nicht möglich sein, würde Hubble stattdessen auf einen einzigen wechseln. In diesem Modus – der sich nicht groß von dem mit zwei Gyroskopen unterscheidet – könnte zwar nicht mehr jeder Teil des Himmels zu jeder Zeit anvisiert werden, aber davon abgesehen gebe es nicht viele Einschränkungen.

Das von der NASA und der ESA entwickelte Hubble ist seit 1990 in Betrieb und hat mit seinen unzähligen Aufnahmen von Sternen, Galaxien und etlichem mehr das allgemeine Bild vom Universum grundlegend verändert undgeprägt. Mit dem James Webb Space Telescope soll bald ein Nachfolger ins All gebracht werden, aber dieser Start hat sich zuletzt immer wieder verzögert. (mho)

Anzeige