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Welttag gegen Internetzensur: entsperren, erinnern, ermutigen

Zum heutigen Welttag gegen die Internetzensur hat "Reporter ohne Grenzen" sechs weitere Internetseiten entsperrt.

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Welttag gegen Internetzensur: entsperren, erinnern, ermutigen

(Bild: Reporter ohne Grenzen)

Seit 2008 wird mit dem Welttaggegen die Internetzensur daran erinnert, dass es in aller Welt Feinde des Internet gibt, die ihnen missliebige Webseiten sperren wollen. Amnesty International und Reporter ohne Grenzen rufen mit ihren Aktionen zum Widerstand gegen die Internet-Überwachung auf. Internetseiten, die in Ländern wie der Türkei, Saudi-Arabien oder Vietnam verboten sind, wurden durch Cloud-Angebote gespiegelt, Ad-Block-Anzeigen erinnern daran, dass Überwachung allgegenwärtig ist.

Wie bereits im Vorjahr geht "Reporter ohne Grenzen" gegen die Feinde des Internet vor, indem blockierte Webseiten von Server bei Amazon, Fastly, Google oder Microsoft gespiegelt werden. Diese Form der Entsperrung ist erfolgreich: die 2015 entsperrten Webseiten registrierten 64 Millionen Zugriffe, wobei 587 Gigabyte Daten übertragen wurden. In diesem Jahr wird in der Türkei Sendika entsperrt, eine von vielen Nachrichtenseiten, die von der türkischen Regierung gesperrt wurden. Sendika berichtet über die Kurdenfrage und über Frauenrechts- und LGBT-Themen. Mit Defend the Defenders und Radio Free Asia hat die Journalistenorganisation zwei Webseiten aus Vietnam unter ihre Fittiche genommen, mit Boxun aus China ein Netzwerk von Bürgerjournalisten. Weltweit wieder erreichbar ist auch der Sarawak Report des malayischen Exil-Rundfunksenders "Radio Free Sarak", der über Korruption in Malaysia berichtet.

Neben der Spiegelung dieser Webseiten bietet die internationale Mutter-Organisation "Reporters Sans Frontières" in diesem Jahr eine unter Chrome laufende App an. Der RSF Censorship Detector leitet Nutzer automatisch zu einer dieser gespiegelten Webseiten um, wenn ein Anwender eine der gesperrten Webseiten aufruft. "Mit dieser Aktion demonstrieren wir, dass Internetzensur überwindbar ist. Keine Regierung darf nach Belieben entscheiden können, aus welchen Informationsquellen ihre Bürger schöpfen," erklärte Matthias Spielkamp, Vorstandmitglied von "Reporter ohne Grenzen". (Detlef Borchers) / (je)

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