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Weltweit längstes Internet-Unterseekabel beschädigt

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Ein Schaden an einem der weltweit meistgenutzten Unterseekabel zur Datenübertragung bremst Internetsurfer auf insgesamt drei Kontinenten aus. Wie ein Sprecher der australischen Telefongesellschaft Telstra gestern mitteilte, wurde das mit 39.000 Kilometern längste Unterseekabel der Welt, das Australien mit Asien und Europa verbindet, rund 100 Kilometer vor der Küste Singapurs beschädigt. Als Schadensursache komme beispielsweise ein Schiffsanker in Frage, sagte der Sprecher. Die Reparatur könne Tage dauern.

Die normalen transkontinentalen Ferngespräche waren von dem Kabelschaden nicht berührt. Die Beschädigung des Kabels hindert rund eine halbe Million Internet-Nutzer, hauptsächlich in Australien, am Surfen. Daneben war zum Teil auch der Internet-Datenverkehr in Japan, Indonesien und Hongkong betroffen; in kleinerem Umfang mussten auch Surfer in Großbritannien und den USA mit etwas erhöhten Wartezeiten leben.

Das Kabel SEA-ME-WE 3 (South East Asia – Middle East – West Europe 3 Fiber Optic Cable Network) war erst im vergangenen Jahr für rund eine Milliarde US-Dollar gelegt worden. Es wird von rund 100 Telekommunikationsfirmen aus aller Welt betrieben und ist eines der längsten Unterseekabel der Welt. Haupteinsatzzweck von SEA-ME-WE 3 ist der Betrieb als Internet-Backbone. Telstra, Australiens größter Internet-Provider, nutzt SEA-ME-WE 3 für rund 60 Prozent seines internationalen Internet-Traffic. Um 16 Uhr (Ortszeit) am gestrigen Dienstag erreichte das Telstra-Netz nach dem Schaden am Kabel gerade noch einmal 30 Prozent seiner normalen Leistungsfähigkeit – im Laufe des Abends sank die Leistung noch weiter, da die ständigen Anfragen nach nicht erreichbaren Web-Seiten die Kapazität über das normale Maß hinaus weiter belasteten.

SEA-ME-WE 3 soll in absehbarer Zeit durch das Southern Cross Cable Network ergänzt werden. Das unterseeische Glasfaserkabelnetz, das zu 40 Prozent einer Tochter von Cable & Wireless gehört, verbindet die Ostküste Australiens mit den USA und ermöglicht eine maximale Bandbreite von 100 GBit/s, während SEA-ME-WE 3 maximal 20 GBit/s erreicht. SEA-ME-WE 3, das wie auch das neue Netz mit Wavelength Division Multiplexing arbeitet, ist Hauptbestandteil eines Netzwerks von rund 40.000 Kilometer Länge, das sich von Deutschland über Spanien, den Nahen Osten und Südost-Asien bis Japan erstreckt. (jk)