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Weltweite Aktion gegen Kinderpornographie (Update)

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Gestern früh um 6:00 Uhr fanden über das gesamte Bundesgebiet verteilt 18 Durchsuchungen statt, bei denen umfangreiche Bestände von Datenträgern und Videokassetten mit kinderpornographischem Material sichergestellt wurden. Es kam zu acht Festnahmen. Zeitgleich schlugen die Ermittlungsbehörden in 21 Staaten weltweit zu - mit ähnlichem Erfolg: Insgesamt gab es über hundert Verhaftungen.

Die bisher einmalige Aktion geht auf die Arbeit der britischen Polizei zurück. Diese ermittelte nach der Aushebung eines Kinderporno-Rings in den USA 1996 gegen damals unentdeckt gebliebene Mitglieder weiter. Diese hatten unter dem Namen "Wonderland" eine neue Organisation gegründet, der die Briten in den vergangenen Monaten auf die Spur gekommen waren.

Hinter Wonderland verbirgt sich ein IRC-Forum (Internet Relay Chat), das allerdings nicht öffentlich zugänglich war. Nur wer eingeladen wurde, konnte an den Chat-Runden teilnehmen, in denen das Material getauscht wurde. Dies erschwerte die Ermittlungen der britischen Polizei, da die Voraussetzung für eine Einladung der Bericht von einem realen Kindesmißbrauch oder das Angebot von tausenden Bildern war.

Der Fall beweist, daß die bestehenden Gesetze und die Befugnisse der Ermittlungsbehörden völlig ausreichend sind, um gegen die Produzenten und Vertreiber von Kinderpornographie im Internet vorzugehen. Allerdings verfügen hierzulande noch längst nicht alle Behörden über die dafür notwendige Ausstattung und das entsprechende Know-how. Um so mehr sind sie auf Hinweise durch Internet-Teilnehmer angewiesen. Diese setzen sich beim Melden von kinderpornographischen Funden jedoch selbst der Gefahr einer Anzeige aus. Die Initiative "Netz gegen Kinderporno" hat daher eine provisorische neutrale Meldestelle eingerichtet, die entsprechende Hinweise anonymisiert an die Ermittlungsbehörden weiterleitet. (ad)

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