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Weltweite Energiewende: Erneuerbare Energien überholen Kohle

In Bezug auf die weltweite Energiewende war das vergangene Jahr ein Wendepunkt, bilanziert die Internationale Energieagentur. In Bezug auf installierte Kapazität haben erneuerbare Energien die Kohle als wichtigsten Energieträger überholt.

Weltweite Energiewende: Erneuerbare Energien überholen Kohle

(Bild: Murray Foubister, CC BY-SA 2.0 )

Erneuerbare Energieträger haben vergangenes Jahr erstmals die Kohle als weltweit wichtigste Energiequelle überholt. Das hat die Internationale Energieagentur IEA berechnet und erklärt, 2015 sei die globale Kapazität von erneuerbaren Energiequellen (vor allem Wasser, Bioenergie, Wind und Sonne) um 153 Gigawatt gestiegen. Das sei mehr als die Hälfte des gesamten weltweiten Kapazitätsanstiegs und etwa die Menge, die ein Land wie Kanada insgesamt benötige. Getrieben worden sei das Wachstum von China, wo pro Stunde im Schnitt zwei Windturbinen installiert worden seien. Insgesamt wurden demnach im vergangenen Jahr 23 Prozent der erzeugten Energie aus erneuerbaren Trägern gewonnen.

Wegen dieses unerwartet hohen Anstiegs hat die Internationale Energieagentur auch ihre Prognose für die kommenden Jahr nach oben geschraubt und geht davon aus, dass die Kapazität erneuerbarer Energiequellen bis 2021 um 42 Prozent (825 GW) steigen wird. Positiver sehe sie inzwischen vor allem die Entwicklung in den USA, China, Indien und Mexiko, wo jeweils ein stärkeres Wachstum erwartet wird. In der Europäischen Union, in Japan und den USA soll die Kapazität grüner Energieträger demnach außerdem stärker steigen als die Nachfrage. Das werde dazu führen, dass Kohle dort weiter an Bedeutung verlieren werde.

Insgesamt bezeichnet die IEA das vergangene Jahr deswegen als Wendepunkt. Nicht nur gebe es eine Verschiebung der Gewichte innerhalb der weltweiten Energiemärkte, auch verlagere sich der Schwerpunkt weg von den Industrieländern. Erneuerbare Energien werden demnach weiter die mit Abstand stärksten Kapazitätszuwächse verzeichnen. Zwei Drittel davon werden in vier Märkten geschehen: China (37 Prozent), den USA (13 Prozent), der Europäischen Union (12 Prozent) und Indien (9 Prozent). Verantwortlich sei nicht nur die Sorge vor dem Klimawandel, sondern auch der Versuch, Luftverschmutzung zu begegnen und Energiesicherheit zu gewährleisten. Auch angesichts dessen sieht die IEA noch Möglichkeiten, das Wachstum weiter zu beschleunigen.

[Update 26.10.2016 – 15:30 Uhr] Das erwartete Wachstum der Kapazität erneuerbarer Energieträger wurde korrigiert. Die soll um 825 GW zulegen. (mho)

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