Weltweiter Ausfall bei Finanzdatendienst Bloomberg

Hat der Admin Cola verschüttet? Waren es Hacker? Man weiß es noch nicht. Aber der Ausfall des Finanzdatendienstes Bloomberg hat die Finanzwelt am Freitagmorgen in Aufruhr versetzt.

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Weltweiter Ausfall bei Finanzdatendienst Bloomberg

The City, London: Männer, die auf Monitore starren.

(Bild: Jm3 / CC BY-SA 3.0 )

Von
  • Volker Briegleb

Der Finanzdatendienst des US-Unternehmens Bloomberg ist am Freitagvormittag weltweit ausgefallen. Erste Störungsmeldungen gingen am Morgen um kurz nach 9:00 Uhr über Twitter. Demnach kann es wiederholt zu langsamen Verbindungen und vollständigen Ausfällen. Die Bloomberg-Terminals sind ein wichtiges Werkzeug für die gesamte Finanzbranche.

Bloomberg hat die Störung bestätigt, zu den Ursachen aber bisher noch keine Angaben gemacht. "Wir untersuchen die Ursache", sagte eine Sprecherin. Die Störung dauerte den Berichten zufolge über zwei Stunden. Am Mittag teilte das Unternehmen auf Twitter mit, dass der Dienst für die meisten Nutzer nun wieder laufen sollte. Allerdings ruckelt es wohl stellenweise immer noch etwas.

Derzeit sind Medienberichten zufolge weltweit rund 310.000 Terminals im Einsatz, das Abonnement für einen Arbeitsplatz kostet rund 20.000 US-Dollar im Jahr. Händler und Analysten nutzen den Finanzdienst für ihre Arbeit. Die Hochburg der Finanzbranche in der Londoner City ist ohne Bloomberg allerdings nicht komplett von den wichtigen Datenströmen abgeschnitten. Auch andere Unternehmen wie zum Beispiel Reuters oder Dow Jones bieten ähnliche Dienste an.

Von der globalen Störung war auch die Öffnung der europäischen Börsen betroffen. Das britische Finanzministerium hat die für Freitagmorgen geplante Ausgabe einer Anleihe im Gesamtvolumen von 3 Milliarden Pfund wegen des Bloomberg-Ausfalls auf den frühen Nachmittag verschoben. Alle schon getätigten Gebote wurden annulliert.

Das Magazin Business Insider verbreitet unterdessen als mögliche Erklärung, eine sehr bekannte koffeinhaltige Limonade könnte mit dem Ausfall in Zusammenhang stehen. Im Londoner Bloomberg-Büro gehe das Gerücht um, irgendwo habe jemand den Inhalt einer Dose Cola auf einem Server verschüttet.

Zumindest die Spekulation, Hacker könnten den Ausfall verursacht haben, versucht Bloomberg zu dementieren. "Es gibt zu diesem Zeitpunkt keine Hinweise darauf, dass dies irgendetwas anderes als eine internes Netzwerkproblem ist", lässt das Unternehmen auf Twitter wissen. Damit ist die Dose Cola allerdings noch nicht aus dem Spiel. (vbr)