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Weltweites Fernsehnetz

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Wer im World Wide Web eine bestimmte Serie oder einen Spielfilm sucht, wird in der Regel schnell fündig, auch abseits von Tauschbörsen. Denn im Netz gibt es mittlerweile zahlreiche Video-on-Demand-Portale. Der Vorteil liegt für die Benutzer auf der Hand: Sie können verpasste Folgen und Filme genau dann sehen, wenn sie Zeit und Lust dazu haben. Und sie ersparen sich langes und in vielen Fällen illegales Herunterladen.

Die Zahl der Video-on-Demand-Angebote im Internet ist nicht mehr überschaubar. Die US-Webseite Online Video Guide listet mehrere hundert Internetseiten mit Videos auf. Viele der dort gezeigten Fernsehmitschnitte sind urheberrechtlich geschützt. Sie dürften also gar nicht im Netz stehen. "Das reine Betrachten von urheberrechtlich geschütztem Material ist allerdings nicht illegal", meint Till Kreutzer, ein Jurist aus Hamburg, der sich schwerpunktmäßig mit Urheberrecht beschäftigt. Denn die Videodaten werden gestreamt, also auf dem Rechner wiedergegeben, aber nicht dauerhaft heruntergeladen. Entsprechende Videos selbst hochzuladen, ist allerdings verboten. "Für ein hochgeladenes Musikvideo drohen unter Umständen zwischen 500 und 2000 Euro Schadensersatz", erklärt Thomas Lapp, Rechtsanwalt für IT-Recht aus Frankfurt/Main.

Beliebte Portale sind zum Beispiel YouTube, Google Video, Veoh und DailyMotion. Aus urheberrechtlichen Gründen dürfen die gezeigten Clips auf Youtube nur noch zehn Minuten lang sein. Trotzdem gibt es unter www.youtube.com zahlreiche illegal eingestellte Fernsehserien, und zwar in 10-Minuten-Schnipseln. Die Qualität der Videos ist allerdings bescheiden.

Neben Internetseiten, die direkt Videos anbieten, gibt es auch zahlreiche Portale, die nur Links zu Video-On-Demand-Seiten sammeln. So finden Benutzer auf www.alluc.org keine Videos, sondern alphabetische Listen mit Serien, Filmen, Musikvideos und Cartoons. Wird die Lieblingsserie angeklickt, erscheinen Links zu zahlreichen Portalen, die Videos zu der Serie anbieten – wie youtube.com, veoh.com oder asiatische Seiten wie www.tudou.com.

Mittlerweile haben auch einige Fernsehanstalten verstanden, dass vor allem junge Zuschauer Serien und Filme gerne im Internet sehen, und nicht nur dann, wenn sie im Fernsehen ausgestrahlt werden. Das ZDF bietet seit Längerem eine Mediathek mit kostenlosen Sendungen und Beiträgen an, in der Regel handelt es sich dabei um Eigenproduktionen.

Seit April kann man das ZDF auch live im Internet empfangen. Über den kostenlosen Zattoo Player können neben dem ZDF 23 weitere Sender empfangen werden, darunter ARD, alle dritten Programme, DSF, Tele 5, Das Vierte und Comedy Central. Außerdem können zehn Hörfunkprogramme der ARD empfangen werden. Die öffentlich-rechtlichen Programme wurden nach Angaben von Zattoo zunächst für ein Jahr aufgeschaltet. Die P2P-Fernsehsoftware finanziert sich durch Werbeeinblendungen in den Umschaltpausen.

Auch die Sender RTL, Sat.1 und ProSieben sind mittlerweile mit Internetvideos aktiv. RTL bietet Sendungen und viele Serien aus dem Programm unter RTL Now an. Zum Teil sind die Videos kostenlos, einige Serien müssen aber bezahlt werden – pro Stück oder im Abo: Einzelfolgen kosten zwischen 1 Euro und 1,99 Euro, wobei das Video nur für 28 Stunden angesehen werden kann. Danach erlischt nach Angaben des Betreibers die Lizenzzeit. Der Fernsehsender ProSieben geht ähnlich vor: Es gibt kostenlose Videos von selbst produzierten Fernsehshows, aber auch Serien. Einige US-Serien bietet der Sender allerdings nur auf dem Bezahlportal maxdome.de an. Einzelfolgen kosten zwischen 0,99 und 1,49 Euro, Spielfilme 2,99 Euro. Das Video kann innerhalb von 24 Stunden mehrmals angesehen werden. Außerdem gibt es Abo-Pakete. Ähnliche Angebote finden User auch bei Anixe HD. Dort kosten Videos von Filmen und Serien zwischen 0,49 und 2,99 Euro, allerdings ebenfalls mit einer Lizenzzeit von 24 Stunden.

Auch einige ausländische Sender wie die BBC bieten ihre Serien und Filme mittlerweile kostenlos im Internet an. Relativ neu ist zum Beispiel das Portal Hulu von den US-Fernsehsendern FOX und NBC. Der Dienst richtet sich ausschließlich an Nutzer in den USA; nur über den Umweg eines VPN-Dienstes oder einer VPN-Software wie Hotspot Shield können auch Ausländer das englischsprachige Angebot nutzen. (dpa) / (vza)

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