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Weniger als vier Prozent der Afrikaner sind online

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Noch nicht einmal ein Prozent der Bewohner Afrikas verfügt derzeit über einen Breitband-Internetanschluss, 70 Prozent des afrikanischen IP-Verkehrs wird kostspielig über andere Erdteile geroutet. "Umgehende Maßnahmen" zur Besserung der Situation fordert der aus Mali stammende Generalsekretär der International Telecommunication Union (ITU), Hamadoun Touré. Dies berichtet die BBC von der Connect Africa, die bis zum 30. Oktober in Kigali, der Hauptstadt von Ruanda, stattfindet.

Auf der von der ITU, der Afrikanischen Union, der Weltbank sowie der UN-Initiative für Informationstechnologien und Entwicklung GAID ausgerichteten Konferenz treffen afrikanische Spitzenpolitiker mit führenden Köpfen der IT-Industrie, darunter Intel-Chef Craig Barrett, zusammen. Einem entsprechenden Aufruf während der Connect Africa seien bislang Investitionszusagen von drei Milliarden US-Dollar gefolgt, heißt es in dem Bericht.

Afrika benötige jedoch keine Almosen, erklärte Touré, der sich bei seiner Wahl zum ITU-Generalsekretär im vorigen Jahr gegen den Chef der Bundesnetzagentur, Matthias Kurth, mit deutlichem Stimmenvorsprung durchsetzen konnte: Hoffnung mache vor allem die Entwicklung im Mobilfunksektor, der im kontinentalen Vergleich die höchsten Wachstumsraten aufweisen könne – in den letzten drei Jahren seien die Zuwachsraten doppelt so hoch wie im globalen Durschnitt ausgefallen.

Nach Erhebungen der ITU wurden in Afrika seit 2005 rund acht Milliarden US-Dollar in Telekommunikationsinfrastruktur investiert. Generalsekretär Thouré räumte in Kigali ein, dass die Reguierungspraxis in einigen afrikanischen Staaten weiterhin ein Hemmnis für weitere Investitionen im Telecom-Sektor darstellt. (ssu)