Menü
Technology Review

Wenn Computer über Leben und Tod entscheiden: Wer haftet, wenn die KI tötet?

In den USA und Europa streiten Rechtsgelehrte über die Frage, wer haftet, wenn KI-Systeme Menschen töten.

Von
vorlesen Drucken Kommentare lesen 240 Beiträge
Rechtliche Debatte: Wenn Computer über Leben und Tod entscheiden

In dieser Woche soll es erstmals geschehen sein: Ein Fahrzeug des Fahrdienstes Uber im autonomen Modus hat eine Fußgängerin im US-Bundesstaat Arizona tödlich verletzt. Doch wer haftet in solchen Fällen? Die Debatte über diese Fragestellung hat unter Juristen erst begonnen, berichtet Technology Review in seiner Online-Ausgabe ("Wer trägt die Verantwortung für Killer-KI?").

Mehr Infos

John Kingston von der University of Brighton in Großbritannien hat sich in einer Analyse angesehen, wie die aktuelle rechtliche Landschaft in Sachen KI und Verantwortung aussieht. Seine Darstellung zeigt, dass sich Autobranche, Computerwissenschaften und Rechtslehre noch deutlich intensiver mit dem Thema auseinandersetzen sollten, als sie es jetzt schon tun.

Auch stellt sich die Frage, wie eine Verteidigung aussehen könnte. Wenn ein KI-System strafrechtlich haftbar ist, wie könnte es sich (beziehungsweise seine Macher) dann entlasten? Kingston sieht hier mehrere Möglichkeit: Ein Fehler im Code könnte genauso zur Verteidigung dienen wie bei einem Menschen, der geistig kurzzeitig unzurechnungsfähig war. Oder wie wäre es mit noch etwas verrückterem: Ein Virus oder eine Malware könnte so auf ein KI-System einwirken wie Alkohol oder Nötigung auf einen Menschen.

Gänzlich theoretisch sind solche Strategien nicht. In Großbritannien gab es in der Vergangenheit bereits Fälle, bei denen Menschen, denen Computerstraftaten vorgeworfen wurden, erfolgreich argumentierten, ihr Gerät sei mit Malware infiziert gewesen und sie seien daher nicht verantwortlich zu machen. In einem der Fälle behauptete ein junger Computerhacker, dem ein Denial-of-Service-Angriff zur Last gelegt wurde, ein trojanisches Pferd habe sein System missbraucht und sich dann selbst gelöscht, bevor eine forensische Analyse möglich war. "Der Verteidiger überzeugte die Geschworenen erfolgreich davon, dass ein solches Szenario nicht ohne jeden Zweifel ausgeschlossen werden konnte."

Mehr dazu bei Technology Review Online:

(bsc)

Anzeige
Anzeige