Menü
CES

Wenn der Roboter zum Tischtennisschläger greift

Der Roboter schmettert die Bälle scharf über die Platte, das Publikum staunt. Doch was hat ein Tischtennisroboter auf der CES zu suchen? Wir haben nachgefragt.

Lesezeit: 1 Min.
In Pocket speichern
vorlesen Druckansicht Kommentare lesen 17 Beiträge

(Bild: c't/uk)

Von

Nein, wir verkaufen keine Tischtennisroboter, lacht Keith Kersten von Omron. Stattdessen produziert das japanische Unternehmen intelligente Bestückungsmaschinen ebenso wie berührungslose Identifikationssysteme und hochempfindliche Sensoren. Doch auf dem CES-Stand des Herstellers ist ein Tischtennisroboter der Hingucker.

Das Projekt ist aus einer Idee der Omron-Ingenieure entstanden – beim Blick auf den Bestückungsroboter nebenan lässt sich nicht verleugnen, dass die beiden Geschwister sind. Nur dass der Bestückungsarm eben keine Bauteile von hier nach dort befördert, sondern einen Tischtennisschläger in seinem Greifer schwingt.

Sparringspartner Tischtennisrobo

Der umgebaute Roboter kann nicht nur erstaunlich gut spielen, er passt sich auch an die Stärke seines Gegenübers an. Dabei nimmt er diesen nicht als Gegner wahr, sondern als Partner, den es zu trainieren gilt. Er gleicht seine Spielweise sogar dynamisch an, indem er Emotionen und Herzschlag des Sparringspartners erfasst – Bilderkennung ist ein Spezialgebiet Omrons. Sie wird schließlich bei allen Robotikaufgaben in der Industrie benötigt. Die Maschinen von Omron stehen beispielsweise in den Produktionshallen deutscher Autobauer.

Bestückungsroboter, aus dem der Tischtennisroboter entstanden ist

Wer weiß, wie schlecht zuweilen Automaten an Flughäfen Ausweise oder Bordkarten erkennen, staunt über die Geschwindigkeit des berührungslosen Zugangssystems, das Omron auf der CES zeigt: Ein Wisch mit der Hand durch den Scanner, schon öffnet sich die Absperrung. Der Scanner nutzt einen optischen Sensor.

Roboter und Sensoren (7 Bilder)

Ein schneller Wisch durch den berührungslosen Handscanner genügt ...
(Bild: c't magazin / Ulrike Kuhlmann)

Wie Sensoren das Leben erleichtern können, zeigt Omron beispielsweise mit einer sensorbestückten Uhr zur mobilen Blutdruckmessung: Unter dem Uhrenarmband befindet sich ein Druckkissen, das sich innerhalb kürzester Zeit aufplustert, dabei die Blutzufuhr behindert und so die Oberarmmanschette herkömmlicher Blutdruckmesser ersetzt. Auf diese Weise können Menschen mit gefährlichem Bluthochdruck einfacher durchgängig überwacht werden oder ihren Blutdruck jederzeit selbst ermitteln.

Dass die Roboter nicht nur superflink, sondern auch superfein arbeiten, zeigt sich bei einer weiteren Station am Omron-Stand: einem Laserschneider: Der ritzte innerhalb von Sekunden meinen Namen in einen Metallstrohhalm – in Las Vegas wird zwar jede Menge Plastikmüll produziert, aber Plastikhalme sind auch hier verpönt. (uk)