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Werbe-Add-On in Firefox: Mozilla überarbeitet Richtlinien

Mit automatisierter Installation einer Erweiterung für eine TV-Serie hatte der Browser-Hersteller für Irrtitationen gesorgt. Unterdessen erprobt Mozilla den Bookmark-Dienst Pocket als Werbekanal.

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Mit neuen Maßgaben zur Durchführung von Tests mit neuen Browser-Funktionen hat Mozilla auf die Kritik an dem Add-On "Looking Glass" reagiert. Mozilla-Manager Nick Nguyen räumt in einem Blogbeitrag Fehler bei der Installation des Add-Ons ein und verspricht, dass sich so etwas nicht wiederholen werde.

Im Dezember hatte der Browser-Hersteller ungefragt bei vielen Nutzern ein Add-On installiert, das sich erst im Nachhinein als eine Werbe-Aktion für die TV-Serie Mr. Robot entpuppt hatte. Zur Installation nutzte Mozilla das SHIELD-Programm, mit dem eigentlich neue Browser-Funktionen ausprobiert werden sollten. Dieser Schritt sorgte bei vielen Nutzern für Verwirrung und Empörung. So hatten Nutzer befürchtet, Ziel eines Angriffs gewesen zu sein, als sie das rätselhafte Add-On in ihrem Browser vorfanden.

Dass die nach Angaben von Mozilla unbezahlte Werbeaktion die verschiedenen Stationen zur Genehmigung eines solchen Experiments passieren konnte, begründet Nguyen mit dem begrenzten Funktionsumfang: "Da Looking Glass keinerlei Daten erheben sollte, gab es keine Einwände von unserer internen Datenschutz-Prüfung." Im Nachhinein habe sich gerade dies jedoch als Alarmsignal erwiesen: So könne ein Add-On, das keine Daten erhebe, nicht als legitimes Experiment angesehen werden.

Um eine Wiederholung zu vermeiden, wurden in den vergangenen Wochen die Regeln zur Durchführung der SHIELD-Studien neu formuliert. In Zukunft sollen die Experimente vor der Genehmigung ausführlicher dokumentiert werden. Dabei müsse dargelegt werden, welche konkrete Fragestellung die Installation der experimentellen Add-Ons beantworten soll. Zugleich halten die neuen Regeln fest, dass die Experimente einen eindeutigen Namen tragen müssen.

Nähere Details zu dem genauen Hergang der Geschehnisse im Dezember teilt Mozilla nicht mit. So ist nach wie vor unklar, bei welchen und wie vielen Nutzern das Add-On "Looking Glass" eigentlich installiert worden war.

Unterdessen experimentiert Mozilla mit einem neuen Werbeausspielkanal. Der Browser-Hersteller hatte im vergangenen Jahr bereits den Social-Media-Dienst Pocket übernommen, mit dem Nutzer sich Artikel zum späteren Lesen vormerken und in einer werbefreien Form lesen können. Seit dem Quantum-Release ist Pocket fest in den Browser integriert und zeigt Nutzern beim Öffnen eines neuen Tabs automatisch Leseempfehlungen an.

Wie Mozilla in einem anderen Blog-Beitrag ankündigt, experimentiert der Browser-Hersteller nun damit, in diese Leseempfehlungen auch bezahlte Werbung zu mischen. Als Vorteile gegenüber herkömmlicher Werbung hebt Mozilla hervor, dass diese Form der Werbeausspielung sowohl die Privatsphäre der Nutzer respektiere als auch qualitative Inhalte anstelle von Clickbait bevorzuge. Einen ersten Versuch, Werbung in neuen Tabs anzuzeigen, hatte Mozilla Ende 2015 abgebrochen. (anw)