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Werbe-Tracking: Facebook verfolgt Nutzer bis ins echte Leben

Facebook überwacht künftig, welche Anzeigen Mitglieder dazu bewegen, in ein nahegelegenes Geschäft zu gehen und offline einzukaufen. Ein direkter Personenbezug soll nicht hergestellt, aber die Erfolgsquote gemessen werden.

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Werbe-Tracking: Facebook verfolgt Nutzer bis ins echte Leben

Facebook-Werbung verfolgt Nutzer bis ins Offline-Geschäft.

(Bild: Facebook)

Facebook bietet Anzeigenkunden einen neue Funktion, mit der Besitzer von Einzelhandelsgeschäften den Erfolg ihrer Werbung auf dem sozialen Netzwerk besser messen können sollen. Mit der sogenannten "Local Awareness"-Funktion können Händler ihre Angebote auf Facebook mit einer Landkarte verknüpfen, auf der die eigenen Niederlassungen verzeichnet sind. Facebook bietet dann eine Auswertung an, wie viele Nutzer die Anzeige gesehen haben und anschließend in den Laden gegangen sind. Wer die einzelnen Nutzer sind, erfährt der Händler den Angaben zufolge nicht.

Das klappt nur, wenn ein Nutzer die Ortungsfunktionen auf seinem Mobilgerät und in dem sozialen Netzwerk aktiviert hat. Die Werbeformate animieren den Nutzer zur Interaktion, was die Auswertung für Facebook erleichtern soll. So bieten die Anzeigen etwa die Wegbeschreibung zur nächstgelegenen Filiale an. Informationen über getätigte Käufe will Facebook mithilfe einer Programmierschnittstelle sammeln, die Informationen aus den verschiedenen Kassensystemen der Händler verarbeitet. Damit können Transaktionsdaten aus den Läden mit den Werbedaten von Facebook abgeglichen werden.

Die französische Einzelhandelskette E.Leclerc hat dem Fachblatt Adweek zufolge mit dem Offline-Tracking gute Ergebnisse erzielt: Das Unternehmen habe 1,5 Millionen Menschen im Umkreis von zehn Kilometern ihrer Geschäft erreichen können, von denen zwölf Prozent auf die Anzeigen geklickt und im Anschluss binnen einer Woche einen der Läden aufgesucht haben sollen. Im großen Stil sollen die neuen Dienste in den nächsten Monaten verfügbar sein.

Im vergangenen Jahr hatte Facebook bereits ein Produkt eingeführt, mit dem Firmen anonymisiert sehen können, wie viele Mitglieder des Netzwerks sich mit welchen demographischen Daten im Umfeld ihres Ladens aufhalten. Dies soll eine gezieltere Ansprache möglicher Kunden erlauben. Auf die Nase gefallen ist der Betreiber mit dem Programm "Beacon", mit dem er Aktionen seiner Nutzer auf Webseiten von Werbepartnern für Anzeigen nutzen wollte. (Stefan Krempl) / (vbr)

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