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Werbung rund um Suchergebnisse: Amazon knabbert an Googles US-Marktanteil

Amazon verdient Milliarden mit Reklame, die ab Suchergebnissen platziert wird. Auch Google wächst, verliert aber Marktanteile.

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Wordart "Shop" mit Computermaus

(Bild: gemeinfrei)

Werbung, die rund um Suchergebnisse platziert wird, ist ein riesiges Geschäft. Unangefochtener Marktführer ist Google, und ein Ende des Wachstums ist nicht in Sicht. Weil Mitbewerber Amazon aber noch schneller wächst, dürfte Googles Anteil an diesem Markt in den USA etwas zurückgehen. Hintergrund ist, dass immer mehr Online-Shopper ihre Suche nach Angeboten nicht mehr bei Google, sondern gleich bei Amazon beginnen.

Das geht aus einem Bericht des Wall Street Journal hervor. Jumpshot, eine Firma die auf mehr als 100 Millionen Endgeräten wertvolle Daten erntet, habe festgestellt, dass 54 Prozent der US-Amerikaner ihre Produktsuchen bei Amazon beginnen. 2015 lag dieser Wert bei 46 Prozent. Diesem Trend folgend verschieben Anbieter von Verbraucherprodukten einen Teil ihres Werbebudgets von Google zu Amazon.

Laut einer Vorhersage des Marktforschers eMarketer wird Amazon dieses Jahr 11,3 Milliarden US-Werbeeinnahmen verbuchen. Davon werde mindestens die Hälfte mit Reklame rund um Suchergebnisse eingenommen. Damit würde Amazon die bisherige Nummer 2 Microsoft weit hinter sich lassen.

Sorgen muss sich Google aber vorerst nicht. Googles Such-Werbegeschäft in den USA wächst laut dem Marktforscher weiterhin kräftig, dieses Jahr um 17 Prozent auf rund 40 Milliarden Dollar. Der Marktanteil des Konzerns ginge jedoch von 78 Prozent im Jahr 2018 auf 71 Prozent im Jahr 2020 zurück.

Die gestiegene Nachfrage nach Werbeplatzierungen bei Amazon lässt deren Preise in die Höhe schnellen. Vor einigen Jahren seien Werbeschaltungen bei Amazon sehr billig gewesen, was sich aber geändert habe. Die Zeitung nennt als Beispiel Anzeigen, die in den Suchergebnissen für Flüssigwaschmittel erscheinen. Im März habe ein Klick 17,51 US-Dollar (aktuell rund 16 Euro) gekostet – mehr als das Doppelte des Preises sechs Monate davor.

Doch nicht für alle Verbraucherprodukte ist Werbung bei Amazon der Weisheit letzter Schluss. "Ich muss Amazon für eine Top-Platzierung in den Suchergebnissen bezahlen. Ich muss Amazon einen Umsatzanteil abgeben, falls das Produkt gekauft wird, und Amazon versucht vielleicht, ein exakt gleiches Produkt unter eigener Marke anzubieten", zitiert das WSJ den Jumpshot-CEO, "Wäre ich Werbetreibender, wäre ich etwas beunruhigt." (ds)