Wertpapieraufsicht: Schwarze Schafe im Internet

Das Bundesaufsichtsamt für den Wertpapierhandel geht Inhalten von 80 Internetseiten "aufsichtsrechtlich" nach.

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Von
  • Jürgen Kuri

Das Bundesaufsichtsamt für den Wertpapierhandel (BAWe) hat vor schwarzen Schafen im Internet gewarnt. "Das Internet als globales Medium bietet viele Chancen aber auch Risiken für den Wertpapierhandel", erklärte BAWe-Präsident Georg Wittich heute in Frankfurt. "Anleger sollten sich dieser Risiken bewusst sein."

Die deutsche Behörde geht zurzeit den Inhalten von rund 80 Internetseiten "aufsichtsrechtlich nach". Dabei handelt es sich beispielsweise um Internet-Angebote zur Zeichnung von Aktien, die bislang nicht an der Börse gehandelt werden, und die auf Web-Seiten ohne die eigentlich erforderlichen offiziellen Verkaufsprospekte beworben werden. Dies kann nach Aussagen von BAWe-Sprecher Udo Fenchel gegenüber c't mit einem Bußgeld belegt werden. Das deutsche Kontrollteam "betrachtete mehr als 600 Internetseiten und stieß dabei häufig auf Angebote für angeblich hochrentierliche Anlagen, bei denen aber die erforderliche Risikoaufklärung fehlte", heißt es in einer Erklärung des BAWe. Außerdem seien Wertpapierdienstleister ohne Zulassung aufgefallen.

Die Ermittlungen gehen zurück auf eine weltweite Kontrollaktion der Internation Organization of Securities Commissions (IOSCO), bei der mehr als 220 Mitarbeiter von 21 Wertpapieraufsichtsbehörden "im Internet nach Anhaltspunkten für betrügerische Kundenwerbung, Betrug, Insider-Handel und Manipulationen wie der Verbreitung falscher oder irreführender Informationen" gesucht haben. Während der global koordinierten Aktion fanden die teilnehmenden Aufsichtsbehörden, darunter die Ämter aus Frankreich, Großbritannien, Japan und den USA, auf rund 1.000 Internet-Seiten Anhaltspunkte für entsprechende Gesetzesverstöße. Diese sollen die nationalen Aufsichtsbehörden weiterverfolgen. "Für eine effektive Aufsicht des Wertpapierhandels im Internet ist es unabdingbar, international eng zu kooperieren", erklärte der BAWe-Präsident. "Die Initiative der IOSCO hat hier ein wichtiges Signal gesetzt. Das BAWe wird auch weitere derartige Aktionen unterstützen", fügte Wittich hinzu. (jk)