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Western Union: Eine halbe Milliarde Dollar für Betrugsopfer – Antragsfrist endet bald

Vor einem Jahr hat sich Western Union mit dem US-Justizministerium auf eine Strafzahlung in Höhe von fast 600 Millionen US-Dollar geeinigt, weil betrügerische Transfers toleriert wurden. Opfer können noch bis Mitte Februar eine Rückzahlung beantragen.

Western Union: Eine halbe Milliarde Dollar für Betrugsopfer – Antragsfrist endet bald

Western Union in Chicago

(Bild: Johan Fantenberg, No Money - No Downtown Dogs, CC BY 2.0 )

Geschädigte einer Betrugsmasche über den Geldtransferdienstleister Western Union haben noch drei Wochen Zeit, ihren Anspruch auf eine Rückzahlung des verlorenen Geldes geltend zu machen. Daran erinnert das Landeskriminalamt Hessen. Das US-Unternehmen hatte sich vor einem Jahr mit dem US-Justizministerium auf Entschädigungen im Umfang von 586 Millionen US-Dollar geeinigt, weil es sich in einem internationalen Betrugsmasche zum Komplizen gemacht hatte. Wer überzeugt ist, dass ein Bargeldtransfer über Western Union im Zeitraum zwischen dem 1. Januar 2004 und dem 19. Januar 2017 einen betrügerischen Hintergrund hatte, kann noch bis zum 12. Februar eine Rückzahlung beantragen.

Bei den Abzockmaschen gaben sich die Betrüger demnach den Opfern gegenüber als Familienmitglieder, Strafverfolger oder auch vermeintliche Support-Mitarbeiter von Firmen wie Microsoft aus. Sie baten dann um finanzielle Hilfe, drohten mit Ermittlungen oder versprachen Gewinne, Kredite oder einen Arbeitsplatz. Das LKA Niedersachsen listet einige der typischen Fälle auf, bei denen Western Union als Zahlungsweg missbraucht wurde.

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Wenn die Opfer dann über Western Union Geld transferierten erhielten sie nie die versprochene Gegenleistung. Western Union habe eine Mitschuld, weil das Unternehmen betrügerische Mitarbeiter nicht nur gedeckt, sondern gezielt weiter beschäftigt habe, weil die Transfers so lukrativ waren. Dafür willigte Western Union Anfang 2017 in die Rekordstrafzahlung ein und eine Anwaltskanzlei wurde schließlich mit deren Abwicklung betraut.

Opfer des Betrugs wurden in der Folge von der Kanzlei Gilardi & Co. angeschrieben und mit den nötigen Unterlagen versorgt. Auf einer eigens eingerichteten Website können sich mutmaßliche Opfer aber auch selbst melden. Auf der Seite – die derzeit größtenteils nicht erreichbar ist – wird unter anderem explizit erklärt, dass nicht nur US-Bürger oder in den USA ansässige Opfer ein Anrecht auf solch eine Zahlung haben. Wer bis zum 12. Februar keinen Antrag stellt, verliert damit auch seinen möglichen Anspruch auf die Zahlung. (mho)

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