Menü

Wettbewerb: EU-Kommission will Drucker-Markt untersuchen

Lesezeit: 1 Min.
In Pocket speichern
vorlesen Druckansicht Kommentare lesen 228 Beiträge
Von

Europas oberster Wettbewerbshüter, Mario Monti, hat gestern angekündigt, das Wettbewerbsverhalten der Druckerhersteller eingehend untersuchen zu wollen. Dies sei "ein sehr wichtiger Markt für die Gesamtwirtschaft und für die Verbraucher", auf dem eine hohe Konzentration weniger Hersteller herrsche. Möglicherweise gebe es hier Wettbewerbsbehinderungen, die man "im Detail analysieren" werde, sagte Monti auf einer Pressekonferenz.

Vor allem Anbieter billiger Nachfüllprodukte für Tintendrucker beklagen schon seit längerem Behinderungen durch die Druckerhersteller. "Das war längst überfällig", begrüßt Frank Giesing, Geschäftsführer des Tintenanbieters Enderlin, die Ankündigung aus Brüssel. Die Gängelung des Anwenders etwa mit in den Patronen eingebauten Zählerchips, wie sie zum Beispiel Epson verwendet, sei "eine eindeutig mutwillige Behinderung des fairen Wettbewerbs", beklagte Giesing gegenüber heise online. Dafür gebe es "keinen sachlichen Grund" (vgl. c't 13/01, S. 213 und c't 12/01, S. 66).

Behindert wird die europäische Tinten-Konkurrenz von den multinationalen Druckerherstellern nach Ansicht Giesings auch durch häufige, technisch überflüssige Veränderungen der Bauform von Tintenpatronen. Dadurch werde verhindert, dass die meist regionalen Tintenanbieter auf lohnende Stückzahlen kommen können, wie sie so nur im weltweiten Geschäft erzielt werden können.

Für Ärger mit den Konkurrenten sorgen auch immer wieder höchst umstrittene Patentverfahren vor den Gerichten. So werden derzeit mehrere Patenstreitigkeiten zwischen dem japanischen Konzern Epson und dem deutschen Tintenhersteller Pelikan Hardcopy vor dem Bundesgerichtshof verhandelt. Erst vor wenigen Wochen hat Canon Japan eine Klage gegen Pelikan mit hohen Schadensersatzforderungen vor dem Landgericht Düsseldorf eingereicht -- wegen angeblicher Patentverletzungen, versteht sich. Stellungnahmen waren bis zur Stunde von den beiden Druckerherstellern ebenso wenig zu bekommen wie vom Branchenführer Hewlett-Packard. (tig)