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Technology Review

Wettkampf in den Niederlanden: Drohnen vs. Drohnen

Wie holt man illegale Drohnen vom Himmel? Holländer haben daraus einen Sport gemacht. Davon profitiert auch die Luftsicherheit.

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Ein Quadrocopter von Delft Dynamics verschießt ein Netz, um eine Drohne zu fangen.

(Bild: Delft Dynamics)

Im niederländischen Katwijk finden regelmäßig Turniere statt, in denen Drohnen gegen Drohnen kämpfen. So sollen spielerisch Methoden getestet werden, um illegale Drohnen – etwa in der Nähe von Flughäfen – vom Himmel zu holen. Das berichtet das Magazin Technology Review in seiner aktuellen Ausgabe 5/2019 (jetzt am Kiosk oder hier zu bestellen.)

TR 5/2019

Technology Review Mai 2019

(Bild:  )

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Bart Remes vom Micro Air Vehicle Lab (MAVLab) der TU Delft veranstaltet den Wettkampf in diesem Jahr bereits zum zweiten Mal. Unterstützt wird die Veranstaltung vom niederländischen Militär und der Polizei. Am Rande des Wettbewerbs werben Hersteller für ihre Drohnen-Abwehrsysteme. Der Markt ist ziemlich in Bewegung: Anfang 2018 hat das New Yorker Bart College 235 Produkte gezählt, von denen die meisten Drohnen allerdings entweder nur erkennen oder nur abwehren können. Lediglich 67 Systeme können beides gleichzeitig. Solche Komplettlösungen kosten zwischen 300.000 und über einer Million Euro, plus Wartungskosten.

Erkennen lassen sich Drohnen etwa per Radar, Abhören der Steuersignale oder Schall. Sind mehrere Antennen installiert, können die Flugobjekte auf diese Weise auch lokalisiert werden. Die US-Marine hat im März 2018 verschiedene Abwehrtechniken in einem Feldversuch getestet. „Im Moment werden solche Systeme auf Marineschiffen im Mittelmeer erprobt. Dort laufen sie vollautomatisch“, sagt Theo Karafantis, der ein Komplettsystem zur Erkennung und Abwehr von Drohnen des australisch-amerikanischen Herstellers Droneshield vermarktet. Weitere Details will er nicht verraten.

Drohnen mit Schusswaffen oder Lasern abzuschießen ist naheliegend, aber über bewohntem Gebiet zu gefährlich. Deshalb setzen die meisten Anbieter auf einen sogenannten Soft Kill. Eine Variante ist es, mit starken Störsendern ("Jammern") die Verbindung der Drohne zu Navigationssatelliten oder zur Fernsteuerung zu unterbrechen. Etwa zwei Drittel aller Abwehrsysteme nutzen laut Bart Report eines der beiden Verfahren. Allerdings können Jammer auch legitime Funksignale unbeteiligter Dritter stören. Deshalb ist die Methode nur dem Militär und der Polizei erlaubt.

Subtiler geht das Mesmer-System des amerikanischen Herstellers Department 13 vor. Es nutzt Sicherheitslücken im Funkprotokoll der Drohnenhersteller, um die Steuerung der Drohne zu übernehmen und sie zu landen. Bei welchen Modellen das funktioniert, verrät der Hersteller nicht. Allerdings ist dies rechtlich gesehen ein unerlaubter Eingriff in die Privatsphäre. Mark Wiebes von der niederländischen Polizei erklärt, dass selbst die Ordnungshüter solche Maßnahmen in den Niederlanden erst seit Kurzem überhaupt einsetzen dürfen und auch nur, wenn ein schweres Verbrechen vermutet wird und ein dringendes Interesse vorliegt.

Ein System mit weniger Schadenspotenzial zeigt der niederländische Hersteller Delft Dynamics. Dessen Multikopter beschießt andere Drohnen per Druckluft mit einem Netz. Je nach Größe der Beute transportiert der Fänger sie selbst an einen sicheren Ort oder setzt sie per Fallschirm ab.

Den kompletten Beitrag lesen Sie in der neuen Mai-Ausgabe der Technology Review (im gut sortierten Zeitschriftenhandel und im heise shop erhältlich). (grh)