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WhatsApp beschränkt Nachrichten-Weiterleitung

Seit einer Woche markiert WhatsApp weitergeleitete Nachrichten. Nun führt der Messenger eine zusätzliche Limitierung ein – in Indien gelten verschärfte Regeln.

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WhatsApp

(Bild: dpa, Martin Gerten/Illustration)

Der Messenger WhatsApp, der zu Facebook gehört, ergreift eine weitere Maßnahmen gegen die massenhafte Verbreitung von Falschmeldungen: WhatsApp-Nutzer können eine Nachricht nicht mehr in einem Rutsch an beliebig viele Kontakte weiterleiten. Weltweit wird die Anzahl auf 20 beschränkt, erfuhr Recode von WhatsApp. Die Limitierung befindet sich noch in der Testphase, kann sich also noch ändern. WhatsApp betont in seinem Blog, dass der Messenger dazu da ist, sich privat mit Freunden, Kollegen und der Familie auszutauschen.

In Indien, wo die Menschen sehr viel mehr Nachrichten, Fotos und Videos an andere Nutzer weiterleiten, sind es sogar nur 5 Kontakte, an die sich eine Nachricht auf einmal weitergeleitet lässt. Zudem entfernt WhatsApp dort den "Quick Forward"-Button (Schnell-Weiterleitung), der neben Medieninhalten zu sehen ist. Das Unternehmen hofft, dass WhatsApp durch diese Maßnahmen das bleibt, was es ist: eine Messaging-App für Privates.

In Indien verbreiten sich falsche Gerüchte vornehmlich via WhatsApp. Das kann fatal enden: Ein Mob im Bundesstaat Maharashtra soll fünf Männer zu Tode geprügelt haben, weil einer von ihnen ein kleines Mädchen angesprochen hatte. Zuvor wurden über WhatsApp Gerüchte über angebliche Kindesentführer verbreitet. In Myanmar kam es zu ähnlichen Vorfällen.

Als Reaktion darauf hatte WhatsApp vergangene Woche damit begonnen, weitergeleitete Nachrichten zu kennzeichnen. Der Hinweis ist bei Textbotschaften, Bildern, Videos und Sprachnachrichten zu sehen. Die "Weitergeleitet"-Anzeige soll außerdem dabei helfen, Gruppenchats besser zu verstehen. Außerdem startete das Unternehmen abermals eine Informationskampagne in indischen Tageszeitungen. (dbe)