Whatsapp hat über zwei Milliarden Nutzer

Whatsapp gibt bekannt, die Marke von zwei Milliarden Nutzern überschritten zu haben. An der Ende-zu-Ende-Verschlüsselung der Chats wolle man eisern festhalten.

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(Bild: BigTunaOnline/Shutterstock.com)

Von
  • Axel Kannenberg

Der Messenger Whatsapp hat eigenen Angaben nach inzwischen die Marke von zwei Milliarden Nutzern weltweit überschritten. Der zu Facebook gehörige Dienst erklärte, dass er besonders Wert auf den Schutz der Nutzerchats lege. Bei der Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, die 2016 eingeführt wurde, solle es deshalb "keine Kompromisse“ geben.

Auch Whatsapp-CEO Will Cathcart betonte im Wall Street Journal, dass die Beliebtheit den Messenger zum Kampf für verschlüsselte Kommunikation verpflichte. "In der gesamten Menschheitsgeschichte war es den Leuten möglich, vertraulich miteinander zu reden. Und wir denken nicht, dass das in einer modernen Gesellschaft verschwinden sollte.“

Whatsapp sei zwar bereit, Sicherheitsbehörden bei Ermittlungen mit Metadaten von Nutzerchats zu helfen – aber an der Ende-zu-Ende-Verschlüsselung werde nicht gerüttelt. Hintertüren würden nur zu inakzeptablen Sicherheitsrisiken führen. Politiker und Sicherheitsbehörden auf beiden Seiten des Atlantiks haben in jüngster Zeit mehrfach Zugriff auf verschlüsselte Inhalte gefordert – ob durch Backdoor oder Frontdoor.

Mit der erreichten Nutzerzahl schließt Whatsapp langsam zur Mutterplattform Facebook auf, die den jüngsten Bilanzzahlen nach derzeit rund 2,5 Milliarden monatlich aktive Nutzer aufweisen kann. Facebook sorgte 2014 mit der Übernahme Whatsapps für einen Paukenschlag – 19 Milliarden US-Dollar ließ sich das Unternehmen den beliebten Messenger kosten.

Die Monetarisierung Whatapps bleibt aber nach wie vor eine Baustelle für Facebook. Die Pläne, Werbung in WhatsApp einzuspielen, wurden Berichten zufolge vorerst wieder auf Eis gelegt. Die dafür zuständige Abteilung wurde aufgelöst, Programmcode gestrichen. Anzeigen in den Status-Postings sollen aber dennoch irgendwann kommen. Aktuell arbeite man vor allem an der Interoperabilität mit dem Facebook-Messenger, sagte Cathcart dem Wall Street Journal, wobei er aber keine Details ausführte.

Cathcart ist seit März 2019 Whatsapp-CEO. Die beiden Gründer, Jan Koum und Brian Acton, hatten das Unternehmen zuvor verlassen, dem Vernehmen nach unter anderem wegen des Streits über die Einführung von Reklame im Messenger. Sein 2017 vollzogener Facebook-Ausstieg kostete den Whatsapp-Mitgründer Acton sogar 850 Millionen US-Dollar. Acton engagiert sich inzwischen als Vorsitzender in einer Stiftung für den Kryptomessenger Signal, in die er auch 50 Millionen US-Dollar einzahlte. Jan Koum verließ Facebook Mitte 2018. (axk)