Menü

Wie Ärzte Google Glass nutzen

In den USA gibt es ein Pilotprojekt, bei dem herausgefunden werden soll, ob Google Glass und Co. im Klinikalltag hilfreich sind. Dabei zeigen sich schon die Stärken und Schwächen der Brille in der Anwendung.

Lesezeit: 1 Min.
In Pocket speichern
vorlesen Druckansicht Kommentare lesen 202 Beiträge
Von

Horng mit Glass

Am Beth Israel Deaconess Medical Center in Boston wird derzeit Google Glass getestet, wie heise online im März berichtete. Bei dem dem Forschungsvorhaben zeigt sich nun konkreter, wie die Datenbrille die Art und Weise verändern, wie Mediziner auf Patientenakten zugreifen. Das berichtet Technology Review in seiner Online-Ausgabe. Gerade der Notaufnahme, in der der Leiter des Projekts, Steve Horng, arbeitet, könne jede noch so geringfügige Information helfen, sagt der Arzt. "Diese Information eine Minute früher zu bekommen, kann ein Leben retten."

Vier Testgeräte stehen Horng und seinen Kollegen zur Verfügung. Hat eine Krankenpflegerin ihre Schicht begonnen und Glass aufgesetzt, kann sie die Akte eines Patienten über einen QR-Code neben der Tür zum Krankenzimmer aufrufen. Eine für das Projekt geschriebene App verbinden sich mit dem Netz der Klinik und blendet die Daten im Sichtfenster ein.

Zwar ist der Umfang der darstellbaren Daten noch begrenzt. Auch sind noch keine detaillierten Suchabfragen oder Dateneingaben möglich, dafür sind Sprachbefehle und Gestenerkennung noch nicht weit genug ausgearbeitet. Die wesentlichen Fakten seien aber für die Notfallmedizin schon hilfreich, sagt Horng.

Die App hat die Firma Wearable Intelligence aus San Francisco entwickelt. Ist die Anwendung aktiviert, werden alle Funktionen für soziale Netzwerke – etwa die Verbindung zu Google Plus – automatisch gekappt. Wearable Intelligence hat bereits andere Glass-Apps für industrielle Anwendungen programmiert, darunter ein Echtzeit-Informationssystem für Arbeiter in der Öl- und Erdgasindustrie.

In der nächsten Version der im Bostoner Projekt verwendeten App sollen auch Sprachbefehle enthalten sein. Dafür werde man aber auf die Spracherkennung einer anderen Firma zurückgreifen, sagt Horng. "Die von Google ist nicht so robust, wie wir es gerne hätten."

Mehr zum Thema in Technology Review online:

(bsc)