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Wie sich Wikipedia internationalisiert

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Keine lokale Wikipedia-Ausgabe enthält alle Informationen, die in einer anderen Sprachfassung vorhanden sind. Entsprechend befinden sich beispielsweise in der größten Variante des Onlinelexikons, der englischsprachigen, nur 51 Prozent der Artikel der zweitgrößten Ausgabe, der deutschen. Der Computerwissenschaftler Scott Hale von der University of Oxford sieht eine Chance, wie sich das Problem beheben ließe, berichtet Technology Review in seiner Online-Ausgabe. Wie er in einer aktuellen Studie schreibt, sind Multisprachler von zentraler Bedeutung. "Nutzer, die mehrere Sprachen beherrschen, könnten eine wichtige Funktion übernehmen, Informationen über die verschiedenen Versionen des Onlinelexikons zu verteilen", sagt er.

Um das zu untermauern, hat der Computerwissenschaftler untersucht, welche Rolle die Multisprachler heute schon bei der Wikipedia spielen. Aktuell handele es sich nur um eine vergleichsweise kleine Gruppe, doch die sei eine wichtige Minderheit. Hale untersuchte dazu die Edits, also die an Artikeln vorgenommenen Veränderungen, zwischen dem 8. Juli und 9. August letzten Jahres. Das Ergebnis waren schließlich 3,5 Millionen bedeutende Überarbeitungen von 55.000 Beitragenden. Hale suchte dann nach jenen Wikipedia-Aktiven, die in mehr als einer Sprachausgabe mitmachten. Diese Gruppe bestand nur noch aus 8000 Personen, was knapp 15 Prozent entspricht.

Es zeigte sich, dass einige Wikipedia-Ausgaben über mehr Multisprachler verfügen als andere. Insbesondere kleinere Sprachversionen sind darunter. Die Varianten in Esperanto und Malaiisch hatten den höchsten Anteil, die japanische Wikipedia trotz ihrer Größe deutlich weniger Multisprachler. Wer nur bei einer Sprachversion mitmacht, ist laut Hale zudem grundsätzlich inaktiver: Mehrsprachige Mitarbeiter führten im Schnitt 2,3 Mal mehr Edits durch. Der Forscher forderte die Wikipedia-Macher auf, Multisprachler gezielt zu fördern, um Artikel schneller zu übertragen.

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(bsc)