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Wieviel man für ein Smartphone ausgeben muss

1000 Euro für ein Smartphone sind purer Luxus, doch wie viel Geld sollte man mindestens für ein Android-Smartphone ohne Macken und Scherereien investieren?

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Wieviel Geld ein Smartphone kosten muss

Für ein Smartphone kann man 70 Euro ausgeben oder über 1200 Euro. Doch das erste macht nicht glücklich, und das zweite arm. Wenig verwunderlich liegen viele beliebte Geräte eher zwischen moderaten 150 bis 300 Euro. In diesem Bereich tummeln sich eine unüberschaubare Zahl von Android-Smartphones und jede noch so kleine Nische wird besetzt.

Was ein paar Euro mehr oder weniger bringen und ob die Zusammenstellungen der Smartphone-Hersteller überhaupt Sinn ergeben, hat die c't mit jeweils zwei Geräten von Alcatel, Motorola und Wiko getestet.

Schaut man nur auf die Benchmark-Werte, sehen auch die 300-Euro-Geräte im Vergleich kein Land zur High-End-Konkurrenz – trotz 8 Kernen. Mehr als das lahme, aber energiesparende Cortex-A53-Design von ARM gibt es für das Geld nicht. Der Griff zu den teuren Varianten lohnt sich dennoch, dank mehr Takt sind immerhin 30 Prozent mehr Leistung möglich für nur 50 Euro Aufpreis. Überraschend setzte sich das Wiko View 2 Pro an die Spitze, das Motorola Moto G6 mit gleichem Chip wird von seinem 32-Bit-Android ausgebremst.

Für alltägliche Aufgaben reicht die Leistung auch der günstigeren Chips. Selbst wenn sich Android hin und wieder etwas träge zeigt, nerven Wartezeiten nur selten. Wer allerdings mit extrem vielen Apps hantiert, die möglicherweise auch im Hintergrund agieren, sollte ein paar Taler mehr investieren. Denn sonst neigen die günstigen Smartphones zu Hängern. Unabhängig vom Chip taten das Alcatel 3v und Alcatel 5 dies allerdings auch so und nervten mit ihrer hakligen Oberfläche.

Die Qualität der Smartphone-Kameras hat in den letzten Jahren enorm zugelegt, doch das liegt zu einem geringeren Teil an den eigentlichen Sensoren, sondern mehr und mehr an der Softwareoptimierung. Weil die aber aufwendig ist und jede Menge Entwicklungsstunden kostet, bleibt die im Budget-Bereich auf der Strecke.

In Sachen Megapixeln und Blende hält auch die Mittelklasse gut mit. Doch wird das Licht schwächer, sind immer noch Rauschen, Detailarmut und Unschärfe zu beobachten. Gerade die Geräte unter 200 Euro fallen sichtbar ab, insgesamt ärgert man sich deutlich häufiger über misslungene Aufnahmen.

Mittelklasse-Smartphones im nachgehac't

Auch bei den Billig-Smartphones ziehen 18:9-Format und sogar Display-Einkerbungen für die Frontkamera ein. Gerade letzteres verkommt aber zum bloßen Gimmick, denn weder sind die Bildschirme wirklich randlos, noch nutzen Wiko View 2 und View 2 Pro den zusätzlichen Platz in den Ecken sinnvoll aus. Eher wünscht man sich beim Pro-Modell ein höher aufgelöstes Display. Generell sollte man in der unteren Mittelklasse skeptisch sein, wenn vermeintliche High-End-Feature auftauchen. Denn oft wird dafür an nützlicherer Seite gespart. Beim Alcatel 3v hat man von der hohen Auflösung zum Beispiel nichts, weil der Prozessor grottenlahm ist.

Dass Google die Zügel bei den Android-Versionen anzieht, macht sich positiv bemerkbar. Bis auf das Alcatel 5 kamen alle Kandidaten mit Android 8 auf dem Markt. Dass Motorola immer noch nicht mit den Sicherheitsupdates hinter herkommt und ein halbes Jahr hinten dran ist, bleibt ärgerlich und mit der Updatefrequenz von Nokia hält derzeit in der Preisklasse ohnehin keiner mit.

Wer sorgsam vergleicht, findet jedoch durchaus ausgewogene Geräte. Mehr als 200 Euro sollte man trotzdem in die Hand nehmen, damit man sich nicht später wegen eines Details grämen muss.

Den ausführlichen Test zu den Mittelklasse-Smartphones gibt es in der aktuellen c't 17/2018.

(asp)

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