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WikiLeaks offen für neue Enthüllungen

Das Whistleblower-Portal WikiLeaks hat nach mehrjähriger Abschottung jetzt wieder ein Werkzeug freigeschaltet, mit dem man sensible Dokumente hochladen kann, ohne dadurch seine Anonymität zu gefährden.

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Mehrere Jahre Lang bot das Enthüllungsportal WikiLeaks keine Bordmittel an, mit denen man Geheimdokumente anonym hochladen kann. Diesen Zustand haben die Portal-Betreiber jetzt durch eine neue Uploadseite beendet, die sich ausschließlich über das Anonymisierungs-Netzwerk Tor aufrufen lässt und Befürchtungen ausräumen soll, sie lasse Rückschlüsse auf die Urheber der Uploads zu.

Über das Tor-netzwerk sollen sich Dokumente nun wieder zuverlässig anonym hochladen lassen.

2010 waren unter WikiLeaks-Aktivisten Meinungsverschiedenheiten darüber aufgekommen, ob die Quellen, also die Leakers der hochgeladenen Dokumente, durch die damalige Software ausreichend gut geschützt seien. Nachdem Daniel Domscheid-Berg mehrere tausend Dokumente daraufhin vom Portal löschte und der Organisation den Rücken kehrte, setzte WikiLeaks die Online-Entgegennahme von Dokumenten im Jahr 2010 vorübergehend aus und öffnete sich erst jetzt wieder mit dem erwähnten neuen Tool. Dabei handelt es sich um ein verschlüsseltes Formular, in dem Whistleblower ihre Dokumente eintragen und charakterisieren können, damit diese von der WikiLeaks-Redaktion bewertet werden. Die Übertragung soll sich unter Zuhilfenahme von PGP mit einer zusätzlichen Verschlüsselungsebene schützen lassen. Für Datenlieferanten, denen ihre Anonymität auch damit noch unsicher erscheint, erwähnt die Upload-Seite auch alternative Techniken, die nur auf Rückfrage offeriert werden. (hps)