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Wikileaks-Informantin Manning sieht sich nicht als Pazifistin

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Die Wikileaks-Informantin Chelsea (vormals Bradley) Manning hat sich erstmals sei ihrer Verurteilung zu 35 Jahren Haft im August öffentlich zu Wort gemeldet. In einem von der britischen Zeitung The Guardian publizierten Brief schreibt Manning, sie sehe sich nicht als Pazifistin.

Damit reagiert sie auf die Verleihung des Sean-MacBride-Friedenspreises des Internationalen Ständigen Friedensbüros im Juli. Sie zeigt sich unglücklich darüber, dass in der Öffentlichkeit der Eindruck entstanden sei, sie sei eine Antikriegs-Aktivistin und Kriegsdienstverweigerin.

Manning habe die vertraulichen Dokumente des US-Militärs nicht aus pazifistischen Motiven Wikileaks übergeben, sondern um Transparenz zu schaffen. Den Friedenspreis hatte die frühere Soldatin und Friedensaktivistin Ann Wright anstelle von Manning entgegengenommen. Manning könne verstehen, wie Wright zu der Auffassung gekommen sei, sie habe friedensbewegt gehandelt, doch sei das allein Wrights persönliche Interpretation.

Manning hatte kurz nach der Verkündung des Strafmaßes in dem Prozess wegen Weitergabe von Staatsgeheimnissen an die Enthüllungsplattform Wikileaks erklärt, künftig als Frau leben zu wollen. Im September reichte sie bei US-Präsident Barack Obama ein Gnadengesuch ein. (anw)

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