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Wikileaks-Prozess: Manning bittet Obama um Gnade

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Die zu 35 Jahren Haft verurteilte Wikileaks-Informantin Chelsea Manning (bis vor kurzem: Bradley Manning) hat laut ihrem Anwalt ein Gnadengesuch bei US-Präsident Barack Obama eingereicht. Das Papier sei am Dienstag hinterlegt worden, schrieb Mannings Verteidiger David Coomb. Er verwies zudem auf eine Online-Petition auf der Website des Weißen Hauses mit derselben Forderung, die bislang rund 22.000 Menschen unterschrieben haben.

Manning war für das Leaken von Informationen über den Irak-Krieg ("Collateral Murder") und von US-Diplomatendepeschen zu einer Gefängnisstrafe von 35 Jahren verurteilt worden. Das Weiße Haus hatte damals auf die Ankündigung des Gnadengesuchs reagiert, es werde wie alle anderen auch behandelt. Das Strafmaß wird nach Militärrecht noch von einem Berufungsgericht geprüft. Zudem kann die Verteidigung das Urteil durch mehrere Instanzen bis zum Obersten Gerichtshof anfechten.

Manning hatte kurz nach der Verkündung des Strafmaßes in dem Prozess wegen Weitergabe von Staatsgeheimnissen an die Enthüllungsplattform Wikileaks erklärt, künftig als Frau Leben zu wollen: "Ich trete nun in die nächste Phase meines Lebens ein, und ich möchte, dass jeder mein wahres Ich kennt. Ich bin Chelsea Manning. Ich bin eine Frau." Manning hatte seine Hoffnung erklärt, dabei Unterstützung zu erfahren, und darum gebeten, künftig auch als Frau angeredet zu werden. Außerdem erklärte Manning, so schnell wie möglich eine Hormontherapie beginnen zu wollen. (jk)

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