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Wikileaks-Sprecher wechselt den Anwalt

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Der in Schweden ins Visier der Behörden geratene Wikileaks-Sprecher Julian Assange will sich nicht länger von dem schwedischen Prominenten-Anwalt Leif Silbersky vertreten lassen. Das berichtet die schwedische Zeitung Aftonbladet. Gegen Assange läuft in Schweden ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts auf Vergewaltigung und sexuelle Nötigung. Mit Björn Hurtig soll nun ein Anwalt zum Zuge kommen, der auf derartige Fälle spezialisiert ist.

Gegenüber dem Aftonbladet begründete Assange den Anwaltswechsel damit, dass Silbersky schwer zu erreichen gewesen sei. Silbersky zeigte sich davon überrascht, will den Wechsel aber akzeptieren – in Schweden muss der Anwalt zustimmen, wenn er das Mandat abgeben soll. Das Gericht will kurzfristig über den Anwaltswechsel entscheiden. Assange selbst betonte, bis zur Klärung aller Vorwürfe in Schweden bleiben zu wollen.

Zuletzt hatte Assange in einem Interview wiederholt, dass er entgegen den Anschuldigungen in Schweden nur einvernehmlichen Sex gehabt habe. In diesem Interview zeigte er sich davon überrascht, dass Protokolle der polizeilichen Vernehmung von Assange und Rechtsbeistand Silbersky von einer Boulevardzeitung veröffentlicht wurden, obwohl die zuständigen Beamten die Vertraulichkeit der Vernehmung auf mehrfache Nachfrage Assanges ausdrücklich bestätigt hatten.

Angesichts der Vorwürfe gegen Assange und der Möglichkeit eines längeren Gerichtsverfahrens wird von Wikileaks-Aktivisten diskutiert, ob Assange in seiner Rolle als Sprecher und damit als Blitzableiter für Wikileaks entlastet werden sollte. Darüber will die Community in den nächsten Wochen beraten. Fest steht, dass die Veröffentlichung von Dokumenten aus aller Welt nicht ins Stocken geraten soll. Medienberichte, nach denen innerhalb von Wikileaks ein heftiger Streit über die generelle Rolle von Assange ausgebrochen sein soll, sind von Wikileaks als "hanebüchene Nebelkerzen" bezeichnet worden. (vbr)