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Wikileaks veröffentlicht neue US-Militärdokumente

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Die Enthüllungsplattform Wikileaks hat mit der Veröffentlichung von rund einhundert Militärdokumenten begonnen. Diese sollen aus dem US-Verteidigungsministerium stammen und Anweisungen und Prozeduren für den Umgang mit Gefangenen enthalten. Zu den ersten Dokumenten gehört ein 2002 herausgebrachtes Handbuch für die Aufseher des Gefangenenlagers Guantanamo.

"Dieses Dokument hat große historische Bedeutung, Guantanamo Bay ist aus gutem Grund zum Symbol für die systematische Verletzung der Menschenrechte im Westen geworden", betont Wikileaks-Gründer Julian Assange in der Pressemitteilung. Neben dem Lager auf Kuba sollen auch Dokumente zu Militärgefängnissen im Irak und in Europa veröffentlicht werden, unter anderem mit Anweisungen zur Befragung von Gefangenen. Dabei belegten die als "Detainee Policies" bezeichneten Dokumente etwa, wie sich das US-Militär bemühte, Akteneinträge über die Inhaftierten sowie die Dokumentation ihrer Verhöre zu vermeiden – um sie damit gewissermaßen "verschwinden" zu lassen.

Zuletzt machten Assange und Wikileaks weniger durch Enthüllungen als vielmehr durch den Streit mit dem losen Hacker-Kollektiv Anonymous auf sich aufmerksam. Die Hacker hatten Assange kritisiert und ihm und seiner Plattform die Unterstützung entzogen. Wenig später wurde auch bekannt, dass Anonymous offenbar an einer eigenen Enthüllungsplattform arbeitet, die Ende Dezember in Betrieb gehen soll. Assange selbst befindet sich derzeit noch in der ecuadorianischen Botschaft in London, wo er im Juni vor einer möglichen Auslieferung nach Schweden Zuflucht genommen und Asyl erhalten hatte. Großbritannien beharrt jedoch nach wie vor auf der Auslieferung, die diplomatischen Verhandlungen dauern noch an. Ende September hatte sich Assange dazu in einer Videobotschaft direkt an US-Präsident Obama gewandt. (axk)