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Wikimedia Deutschland auf der Suche nach Sponsoren

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Der Verein Wikimedia Deutschland zieht für die derzeit laufende Spendenkapagne eine gemischte Bilanz: Zwar hat der Verein wieder Server für insgesamt 60.000 Euro angeschafft, um den ständig wachsenden Abrufzahlen der Wikipedia entsprechen zu können. Bei den inhaltlichen Projekten ist jedoch Sparen angesagt.

Angesichts steigender Ausgaben für die Technik reichen die Einnahmen nur für die Grundversorgung. So stehen Veranstaltungen wie die Wikipedia Academy auf der Kippe, bei der Wikimedia um die Zusammenarbeit mit Akademikern wirbt. Frank Schulenburg, zweiter Vorsitzender des Vereins, erklärt: "Zwar haben schon mehrere wissenschaftlich hochkarätige Institutionen angefragt, ob wir diese Veranstaltung, die der Qualitätsverbesserung der Wikipedia dient, mit ihnen im Jahr der Mathematik ausrichten können. Es fehlt aber an finanziellen und organisatorischen Ressourcen." Das Projekt Wikipedia in der Schule, bei dem erfahrene Wikipedia-Autoren in Schulklassen über das Projekt berichten, wurde ebenfalls auf Eis gelegt.

Derzeit finanziert sich Wikimedia Deutschland vor allem über Kleinspenden zwischen 20 und 200 Euro. Wie auch die internationale Wikimedia Foundation mit Sitz in Florida begibt sich der Verein auf die Suche nach alternativen Finanzierungswegen – im Blickpunkt stehen "große, institutionelle Förderer aus Wirtschaft, Wissenschaft oder dem öffentlichen Sektor", wie der Verein in einer Mitteilung schreibt. Erste Schritte in diese Richtung hatte der Verein schon im Juni gemacht: ein Projekt zur Aufarbeitung des Themenfeldes "Nachwachsende Rohstoffe" wird aus Mitteln des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz finanziert. Eine Halbtagsstelle zur Betreuung der Autoren ist in der Geschäftsstelle von Wikimedia Deutschland angesiedelt.

Der deutsche Verein hat keine direkte Verantwortung für den Betrieb oder die Inhalte der freien Internet-Enzyklopädie Wikipedia und seiner Schwesterprojekte, unterstützt das Projekt aber direkt durch den Betrieb von mehreren Proxy-Servern in Amsterdam, die Anfragen von Wikipedia-Nutzern beantworten und so die Server in den USA entlasten. Wikimedia Deutschland ist bisher die erste nationale Wikimedia-Organisation, die eine eigene Geschäftsstelle unterhält. (Torsten Kleinz) / (jk)

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