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Wikimedia Foundation investiert in Technik für Wikipedia

Die neue Wikimedia-Chefin Lila Tretikov konzentriert sich in ihrem ersten Jahr auf eine der Kernaufgaben der Stiftung: Dem technischen Betrieb der Wikipedia und ihrer Schwesterprojekte.

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Mit einem neuen Rechenzentrum und Investitionen in Programme wie dem "Visual Editor" will die Wikimedia Foundation die Wikipedia fit machen. In dem kürzlich vorgelegten Jahresplan setzt die Stiftung vor allem auf Technik. Insgesamt plant Wikimedia im Geschäftsjahr 2014/15 Ausgaben in Höhe von 50,3 Millionen US-Dollar.

(Bild: Wikimedia Foundation)

Mit dem Jahresplan setzt die neue Wikimedia-Chefin Lila Tretikov erste Impusle. Tretikov hat vor kurzem die Nachfolge von Sue Gardner angetreten, die Wikimedia von einem eher chaotisch geführten Büro zu einer Stiftung mit fast 200 Angestellten ausgebaut hat. Doch den Autorenschwund der vergangenen Jahre konnte Gardner nicht aufhalten.

Tretikov konzentriert sich in ihrem ersten Jahr auf eine der Kernaufgaben der Stiftung: Dem technischen Betrieb der Wikipedia und ihrer Schwesterprojekte. So eröffnet Wikimedia ein neues Rechenzentrum in Dallas, um die weltweite Latenz der Datenübertragung zu verringern. Wikimedia investiert auch in mehr Entwickler. Sie sollen den im vergangenen Jahr gestarteten Visual Editor verbessert werden, der noch in der Betaphase ist. Gleichzeitig plant die Foundation, die von Facebook entwickelte HipHop Virtual Machine einzuführen, um die PHP-Performance zu verbessern.

Die bisherigen Bemühungen, gerade in Entwicklungsländern freies Wissen zu verbreiten, waren bisher wenig erfolgreich, wie die Stiftung im Jahresplan einräumt "Erste Auswertungen legen nahe, dass die programmatischen Aktivitäten nicht den Effekt hatten, den wir mit dem ausgegebenen Geld erreichen wollten." Sprich: Trotz Millionenausgaben konnten viele Programme, die zum Beispiel Schüler oder Frauen verstärkt zu Wikipedia-Autoren machen sollten, keine nachhaltige Trendwende erreichen. Die Zahl der aktiven Autoren nahm laut Wikimedia-Statistik im vergangenen Jahr immerhin schwach auf 80.000 zu, die Zahl der Besucher sank hingegen um 10 Prozent auf 468 Millionen.

Einen neuen Anlauf macht die Stiftung beim Programm Wikipedia Zero, das es Mobilfunknutzern in vielen Entwicklungsländern ermöglichen soll, kostenlos auf Wikipedia-Artikel zuzugreifen. Obwohl die Stiftung viele Kooperationspartner wie zuletzt Airtel Nigeria gewinnen konnte, waren die Zugriffszahlen bisher enttäuschend. Offenbar erfuhren die vielen potenziellen Wikipedia-Leser nichts von dem Kostenlos-Angebot oder konnten mit den Enzyklopädieartikeln wenig angangen. Die Stiftung will nun verstärkt auf eine effektive Vermarktung setzen, indem zum Beispiel Wikipedia-Apps auf von den Kooperationspartnern vertriebenen Mobilgeräten vorinstalliert werden sollen. (Torsten Kleinz) / (anw)

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