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Wikimedia Foundation sammelt Spenden

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Die Wikimedia Foundation sammelt ab heute wieder Spenden. Insgesamt braucht die Stiftung im aktuellen Geschäftsjahr 4,6 Millionen Dollar, um die Kosten des Betriebs der freien Internet-Enzyklopädie Wikipedia und ihrer Schwesterprojekte zu decken.

96 Prozent des Budgets stammten bisher aus Spenden, meist handelt es sich um Kleinspenden. Um vermehrt Großspender anzulocken, hat sich die gemeinnützige Stiftung etwas Besonderes einfallen lassen: Wer mehr als 10.000 Dollar spendet, erhält einen persönlichen Dankesanruf von Wikipedia-Gründer Jimmy Wales, ab 25.000 Dollar wird man zum Essen mit Wales eingeladen. Gleichzeitig gibt es auch ein Programm für "matching donations", bei denen Firmen das Spendenergebnis eines Tages verdoppeln. Im vergangenen Jahr hatte diese Praxis für heftigen Streit gesorgt, weil eine entsprechende Dankesnotiz mit dem Logo einer Stiftung des Konzerns Virgin auf jeder Wikipedia-Seite erschienen war – viele Wikipedianer sahen darin einen Präzedenzfall zur Einführung von Werbung.

Haupt-Etatposten sind die Server der Foundation: Im aktuellen Geschäftsjahr werden 57 Prozent der Ausgaben in die Technik investiert. Daneben will die Stiftung auch aktiver in die Projektarbeit einsteigen. Für das Büro des zukünftigen Executive Director sind 11 Prozent der Ausgaben eingeplant – davon muss auch der Umzug der Stiftung nach San Francisco bezahlt werden. Derzeit sucht die Wikimedia Foundation nach Angestellten, die das Büro an der US-Westküste aufbauen.

Um die Spendenbereitschaft zu fördern, hat die Stiftung mehrere "Testimonials" vorbereitet, in denen die Wichtigkeit der Wikimedia-Projekte betont wird. So berichtet die Foundation von einem Schulprojekt der SOS Kinderdörfer, für das Wikipedia-Artikel zusammengestellt wurden. In einem weiteren Testimonial geht es um die Wichtigkeit der Wikimedia-Projekte für kleine und vom Aussterben bedrohte Sprachen in der Welt. Die Wikimedia-Vorsitzende Florence Devouard hatte angekündigt, dass die Stiftung bei der Entwicklung von Projekten in Entwicklungsländern eine aktivere Rolle spielen will – im vorigen Jahr mussten solche Vorhaben wegen fehlender Finanzmittel zurückgestellt werden. (Torsten Kleinz) / (jk)

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