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Wikimedia: Hoffnung auf weitere Kooperationen mit Archiven

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Die Vereinbarung der Wikimedia Deutschland mit der Deutschen Fotothek über die Nutzung von rund 250.000 Bilddateien ist die zweite große Inhalte-Kooperation für die Online-Enzyklopädie Wikipedia nach der Vereinbarung mit dem Bundesarchiv im Dezember vergangenen Jahres. Wikimedia-Projektmanager Mathias Schindler erklärte gegenüber heise online, dass die rund 250.000 Bilddateien urheberrechtlich einwandfrei geklärt seien und künftig unter der Creative-Commons-Lizenz cc-by-sa verfügbar sein sollen.

Die Deutsche Fotothek besitzt mit rund 3 Millionen Aufnahmen eines der größten Bildarchive in Deutschland, rund 850.000 sind online recherchierbar. Sie kommt damit als Teil der öffentlichen Sächsischen Landesbiblioththek - Staats- und Universitätsbibliothek (SLUB) dem gesetzlichen Auftrag nach, ihre Inhalte der Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen. Zum einen handele es sich um Bilder, deren Urheber bereits länger als 70 Jahre tot sind. Zum anderen sind es aber auch Aufnahmen, an denen die Bibliothek aufgrund von Käufen, Nachlässen oder Schenkungen die Rechte inne hat. Bilder, die auf Scans von Mikrofiches bestehen, sind nicht Teil der Kooperationsvereinbarung. "Inhaltlich ergänzen die Aufnahmen der Deutschen Fotothek die des Bundesarchivs, mit dem wir ebenfalls kooperieren", verdeutlicht Schindler. Zahlreiche Bilder stammen aus dem Theaterbereich sowie aus den Bereichen Politik, Gebäudearchitektur und Technik.

Die Deutsche Fotothek wird von der Mitwirkung der Wikipedia-Nutzer insofern profitieren, als dass diese die Bilder zu den jeweiligen Textbeiträgen hinzufügen und Beschreibungsangaben ergänzen oder gar korrigieren. Projektmanager Schindler verweist auf die guten Erfahrungen bei der Kooperation mit dem Bundesarchiv: "Seit dem Kooperationsstart mit dem Bundesarchiv gibt es täglich mindestens einen Fehlerbericht, der die Bildbeschreibung verbessert. Für das Archiv ist diese Korrekturleistung unbezahlbar." Indem die Wikipedianer die Bilder den Texten sowie bestimmten Personen zuordnen, erhöhen sie ihre Auffindbarkeit. Die Wikimedia wird ihnen hierfür ein eigenes webbasiertes Datenbank-Abgleich-Werkzeug zur Verfügung stellen.

Ein Teil der Kooperation besteht auch in der Geokodierung der frei verfügbaren Bilder. Damit sind sie über die Nahbereichssuche von Wikipedia auffindbar, können aber auch für Dienste wie Google Maps verwendet werden. Nützlich ist dies beispielsweise für lokale Geschichtswerkstätten oder andere lokale Initiativen. Die Deutsche Fotothek bietet schon heute für Architekturzeichnungen oder Stadtpläne eine Bildrecherche über Google Maps an. Ein weiterer Bestandteil der Kooperationsvereinbarung besteht darin, dass Wikipedia-Nutzer nach einer Frist von sechs Monaten eine Liste mit Wünschen für hochauflösende Bilder abgeben können. Schindler: "Hochauflösende Bilder sind beispielsweise bei Gruppenbilder mit vielen Personen sinnvoll, damit die einzelnen Köpfe besser erkannt werden können, oder auch für Druckvorhaben von Verlagen." Schindler hofft nun, dass sich bald weitere Archive für Kooperationen mit der Wikipedia öffnen werden. (Christiane Schulzki-Haddouti) / (Christiane Schulzki-Haddouti) / (pmz)

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