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Wikimedia sagt wie Amazon "No" zu Phorm

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Nach dem Online-Versandhändler Amazon hat nun auch die Wikimedia Foundation beantragt, dass eigene Webseiten vom umstrittenen Tracking-System des britischen Unternehmens Phorm ausgeschlossen werden. Phorm vermarktet mit "Webwise" ein Verfahren zur verhaltensgesteuerten, auf die Surfgewohnheiten von Internetnutzern abgestimmten Online-Werbung ("Behavioural Targeting"). Dazu greift das System Traffic-Daten direkt bei kooperierenden Zugangsanbietern ab. Besucht ein Kunde etwa viele Seiten mit Reiseinhalten im Netz, wird ihm Werbung für Fluggesellschaften, Hotels oder Kreuzfahrten angezeigt.

Weil das Ziel von "Webwise" die Sammlung möglichst vieler Informationen über Interessen einzelner Nutzer ist, hat die EU-Kommission inzwischen ein Vertragsverletzungsverfahren gegen Großbritannien eingeleitet, da sie "Probleme bei der Umsetzung von EU-Vorschriften zum Datenschutz in der elektronischen Kommunikation" sieht. Die britische Regierung hatte das Werbesystem von Phorm zuvor für unbedenklich erklärt. Amazon erklärte am Mittwoch, dass man dem britischen Unternehmen keine Daten zur Verfügung stellen werde. Über eine Opt-Out-Funktion sei die Streichung aller Amazon-Domains aus dem Programm beantragt worden.

Den gleichen Weg hat nun die Wikimedia Foundation eingeschlagen, die unter anderem die freie Enzyklopädie Wikipedia betreibt. Das Scannen und Erstellen von Profilen von Besuchern unserer Webseiten durch Dritte bewerte die Wikimedia Foundation als Verletzung der Privatsphäre, heißt es in einer Mail der Non-Profit-Organisation an die Webwise-Vermarkter. Im Wikimedia-Blog ist zudem auf einen Brief der Open Rights Group verlinkt, in dem auch Microsoft, Google/YouTube, Facebook, AOL/Bebo, Yahoo und eBay aufgefordert werden, von der Opt-Out-Möglichkeit Gebrauch zu machen. (Peter-Michael Ziegler) / (pmz)

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