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Wikimedia startet Spendenkampagne

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Die Wikimedia Foundation hat ihre jährliche Spendenkampagne gestartet. Die gemeinnützige Stiftung mit Sitz in den USA will mit ihr mehr als 25 Millionen US-Dollar für den Betrieb der Online-Enzyklopädie Wikipedia und ihrer Schwesterprojekte erwirtschaften. Der Verein Wikimedia Deutschland will 2 Millionen Euro für eigene Zwecke einnehmen.

Wikipedia wird monatlich von rund 400 Millionen Nutzern aufgesucht. Die Enzyklopädie ist seit ihrer Gründung im Jahr 2001 komplett werbefrei und für ihren Betrieb auf Spenden angewiesen. Die meisten Einnahmen stammen von privaten Kleinspenden, daneben hat die Stiftung mehrere Großspenden von verschiedenen Stiftungen eingeworben. Wikimedia betreibt die Server, engagiert sich für die Förderung freien Wissens, veranstaltet Community-Treffen und treibt die Entwicklung der Software MediaWiki voran. Die Stiftung will sich vor allem in Ländern mit wenig ausgebauter Wissens-Infrastruktur etablieren und daher beispielsweise in Indien und Brasilien eigene Büros zu eröffnen. Die indische Niederlassung sollte eigentlich Anfang 2011 eröffnen, doch die Vorbereitungsarbeiten verzögern sich bis heute.

Zwischen den Chaptern in den verschiedenen Ländern und der Wikimedia Foundation gibt es Unstimmigkeiten über die Aufteilung der Gelder. So hatte Wikimedia Deutschland im vergangenen Jahr eigens eine gemeinnützige GmbH gegründet, um Spenden abrechnen zu können, die an die US-Stiftung weitergeleitet werden. Die Vereinbarung zwischen den Organisationen sieht vor, dass die Einnahmen, die über den Bedarf von Wikimedia Deutschland hinausgehen, komplett nach San Francisco weitergeleitet werden.

Angesichts des von Wikimedia Deutschland angemeldeten Finanzbedarfs zeigte sich die US-Organisation jedoch skeptisch: Die Deutschen gingen von einer enormen Steigerung der Spendeneinnahmen aus und die geplanten Ausgabesteigerungen seien nicht nachzuvollziehen. Richter wies das zurück. Mit dem angestrebten Spendenziel von 3,8 Millionen Euro aus Deutschland habe sich Wikimedia Deutschland nicht übernommen. Richter verwies auf das Projekt WikiData, für das die Deutschen 2012 allein 870.000 Euro ausgeben wollen. Das Geld soll allerdings nicht aus der aktuellen Spendenkampagne stammen, sondern von Kooperationspartnern bereitgestellt werden. Gegenüber heise online erklärte Richter, dass die Bedenken der US-Organisation ausgeräumt werden konnten. Über den Wirtschaftsplan 2012 muss nun die Mitgliedersammlung von Wikimedia Deutschland in zwei Wochen in Hannover entscheiden. (anw)

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