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Wikipedia-Datenfundus Wikidata geht in die zweite Runde

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Die Wikipedia-Datenbank Wikidata geht in die zweite Runde. Ab sofort können Wikipedianer in insgesamt elf Ausgaben der Online-Enzyklopädie Verknüpfungen aus dem gemeinsamen Repository nutzen. Die deutsche Ausgabe gehört noch nicht dazu.

Bisher war Wikidata auf eine simple Funktion beschränkt: Alleine die Links auf andere Sprachversionen eines Artikels wurden seit Anfang des Jahres mit Hilfe der Datenbank gesetzt. Somit mussten diese Links für jede der über 250 Sprachversionen nicht mehr einzeln gesetzt und aktuell gehalten werden. Inzwischen ist der Wikidata-Client für alle Wikipedia-Ausgaben aktiviert.

Auf der Wikidata-Plattform selbst wurden schon weitere Daten angelegt. Dort können Verknüpfungen zwischen zwei Wikipedia-Artikeln angelegt werden. So kann der Nutzer beispielsweise die Artikel von Yahoo-Chefin Marissa Mayer und den des Internetkonzerns verknüpfen, so dass das Beschäftigungsverhältnis in allen Artikeln zu den beiden auftauchen kann. Ebenso kann der Status einer Tierart festgelegt werden, indem der Nutzer den Artikel der Spezies mit dem Wikipedia-Artikel zu dem Bedrohtheitsstatus verlinkt. Auch Verwandschaftsbeziehungen werden bereits eifrig per Datenbank dokumentiert: So kann aus den Wikidata-Verknüpfungen ein Stammbaum von Karl dem Großen bis zur britischen Königin Königin Elisabeth II generiert werden. In der Wikipedia tauchten solche Angaben bisher aber nicht auf. Dies soll nun anders werden.

Um den großtmöglichen Nutzen aus den Wikidata-Angaben zu ziehen, wurde MediaWiki um die Skriptsprache Lua ergänzt. Zwar war es auch mit dem bisherigen Wikitext möglich, zumindest simple Skripte einzubinden – zum Beispiel zur automatischen Anzeige des Lebensalters einer Person. Doch dieses Verfahren war rudimentär und ineffizient, weshalb sich die Wikimedia Foundation entschied, die neue Schnittstelle zu integrieren. Zwar ist es prinzipiell möglich, Daten aus Wikidata mit Lua auch in den Fließtext von Wikipedia-Artikeln zu integrieren. Vorläufig konzentrieren sich die Entwickler aber auf Infoboxen und andere Templates, die beispielsweise die Quellenangaben zu Artikeln verwalten.

Die Ontologie, also die möglichen Beziehungen zwischen den verschiedenen Wikidata-Objekten, ist nach Willen der Entwickler offen. So kann die Community flexibel entscheiden, welche Angaben zu einem Objekt in der Datenbank auftauchen. So kann der Nutzer beispielsweise eine Hauptstadt für eine Musikrichtung bestimmen – ein Vorgehen, das in Projekten mit vorher festgelegten Ontologien kaum möglich wäre. Hier muss sich die Community der Autoren einigen, was ihnen sinnvoll erscheint.

Im nächsten Schritt will Wikidata auch die Integration weiterer Daten ermöglichen, die nicht einzelnen Artikeln zuzuordnen sind – so zum Beispiel Einwohnerzahlen oder Geokoordinaten. Damit können Listen-Artikel wie die Liste der Millionenstädte automatisch generiert und aktualisiert werden. (anw)

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